https://www.faz.net/-gpf-722b6

Wahlkampf in Amerika : Alles auf eine Karte

Mitt Romney und sein Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan auf einer Wahlkampfveranstaltung in Waukesha, Wisconsin Bild: AFP

Auf das Wahlergebnis hat der Vizepräsidentschaftskandidat in Amerika kaum Einfluss. Aber Präsident Obama wird die Personalie Ryan zur weiteren Dämonisierung Romneys nutzen.

          Der Wind, der um die Auswahl eines Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten gemacht wird, steht in keinem Verhältnis zur Wirkung. 1984 wählte sich der Demokrat Mondale, das Kalkül war offensichtlich, die Abgeordnete Ferraro zur Partnerin - Ergebnis: gleich null. Als der ältere Bush den Senator Quayle zu seinem „Vize“ erkor, erntete er viel Spott - und wurde trotzdem gewählt. Dabei ist der spätere Vizepräsident nur den sprichwörtlichen Herzschlag vom Machtzentrum Amerikas entfernt. Es ist also von Belang, wer „running mate“ wird.

          Der Republikaner Romney hat sich nun für den Abgeordneten Ryan entschieden, einen „Superfalken“ in fiskalischen Dingen. Romney setzt somit alles auf eine Karte, die der Haushaltskonsolidierung und der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik. Ryan kommt bei der Parteibasis gut an, aber seine Anziehungskraft auf Wechselwähler dürfte begrenzt sein. Die sind mit der Lage zwar unzufrieden, aber ein radikaler Umbau des Sozialstaats dürfte nicht ihr Herz erwärmen. Obama wird die Personalie Ryan als Einladung zur weiteren Dämonisierung Romneys ansehen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Jeder hat sein Kreuz zu tragen: Matteo Salvini am Strand auf Sizilien.

          Italienische Regierung : Ohne den Segen des Papstes

          Italiens Innenminister Salvini gibt sich gerne als gläubiger Christ. Damit hat er den Zorn Franziskus’ auf sich gezogen – und am Ende auch den des scheidenden Ministerpräsidenten Conte.

          An Scholz’ Seite : Manchmal liegt das Glück ganz nah

          Das Rennen um den SPD-Vorsitz geht weiter: Wofür die Kandidatin an Scholz’ Seite steht – und wieso der erfolgsverwöhnte Niedersachse Stephan Weil plötzlich beschädigt ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.