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Kommentar zur Wahl in Zimbabwe : Wahlen nach dem Prinzip Hoffnung

  • -Aktualisiert am

Wahlplakat für den Präsidenten Emmerson Mnangagwa in der Hauptstadt Zimbabwes Harare Bild: AFP

Noch immer liegen die Ergebnisse der Präsidentenwahl in Zimbabwe nicht vor. In den Behörden arbeiten viele Anhänger der Regierungspartei. Könnten sie eine Niederlage „ihres“ Kandidaten nicht nur feststellen, sondern auch bekanntgeben?

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          Die ersten „richtigen“ Wahlen nach dem Ende einer langen Diktatur werden in den meisten Ländern mit großen Hoffnungen begleitet. Das Vertrauen in die Demokratie kann aber schnell wieder verspielt werden; zum Beispiel durch Wahlfälschungen der ehemaligen Herrscher.

          Deshalb darf man einerseits hoffen, dass sich in Zimbabwe ein demokratisches System konsolidieren kann. Andererseits stimmt es nicht hoffnungsvoll, dass die Ergebnisse der Präsidentenwahl (verdächtig?) lange auf sich warten lassen. In den Behörden, die für die korrekte Auszählung verantwortlich sind, gibt es reichlich Parteigänger der über Jahrzehnte bestimmenden Partei Zanu-PF.

          Ob sie die Größe aufbringen (dürfen?), eine Niederlage „ihres“ Kandidaten nicht nur festzustellen, sondern anschließend auch bekanntzugeben? Bei der Parlamentswahl hat Zanu-PF offenbar die Mehrheit der Sitze errungen. Das könnte mit halbwegs rechten Dingen zugegangen sein, denn die Partei ist logischerweise im ganzen Land viel besser organisiert als die Konkurrenz. Aber noch ist vieles unklar in Zimbabwe.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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