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Wahlen in Schweden : Stadt, Land, Frust

Typ Vorzeige-Schwiegersohn: Der Vorsitzende der Schwedendemokraten Åkesson während einer Wahlkampfveranstaltung Bild: EPA

Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten stehen bei den Wahlen im Königreich vor einem großen Erfolg. Eine Überraschung ist das nicht. Die Sozialdemokraten fürchten ein historisches Tief.

          10 Min.

          Der Himmel hat sich zugezogen, es tröpfelt, und der Wind vertreibt die Wärme des späten Sommers. In seinem Wohnzimmer sitzt auf seinem braunen Ledersofa Mats Seijboldt mit Blick auf den akkurat gepflegten Garten und sagt, er könne es fühlen. Draußen auf der Straße. „Die Leute sind es leid“, sagt er. „Sie sehen, was wir sehen, die Leute wachen auf.“ Und: „Wir müssen uns um unser Schweden kümmern.“

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Seijboldt spricht mit tiefer, brummender Stimme, eine Erkältung hat ihn mitten im Wahlkampf erwischt, und doch hat er eingeladen, um über seine Partei zu reden und über sein Land. Schweden. Auch einen Parteifreund hat er dazugeholt, weißer Haarkranz und bestimmter Blick. Seijboldt ist ein kräftiger Mann mit Bürstenhaarschnitt, 57 Jahre alt, Busfahrer. Vor seinem Haus tief in der schwedischen Provinz weht die Schweden-Fahne, und auf seinem Volvo klebt ein „Trump 2016“-Aufkleber. Lange war er in Amerika, seine Frau hat er dort kennengelernt und mitgebracht, als er 2008 zurückkam. Damals schaute er sich um, welche Partei zu ihm passen könnte. Er entschied sich für die Schwedendemokraten, die Rechtspopulisten. Es war eine leichte Wahl, sagt er. So denke er nun mal. Das ändere sich alles und er möge nicht, wie es sich ändert, sagt er. „Deshalb mach ich das alles.“

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