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Wahlen in Mittelamerika : Ortega siegt in Nicaragua, Pérez in Guatemala

  • -Aktualisiert am

Kandidatur wider die Verfassung: Daniel Ortega tritt eine dritte Amtszeit an Bild: dpa

In Nicaragua ist Präsident Daniel Ortega mit 64 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Die Opposition bezeichnete die Wahl als „illegitim, illegal und verfassungswidrig“. In Guatemala siegte der ehemalige General Pérez.

          Präsident Daniel Ortega ist bei den Wahlen in Nicaragua mit 64 Prozent der Stimmen für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt worden. Für den Sieg in der ersten Wahlrunde des Kandidaten der Nationalen Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) wären nur 35 Prozentpunkte nötig gewesen. Zweiter wurde mit 30 Prozent der Stimmen der 80 Jahre alte Radiopublizist und Medienunternehmer Fabio Gadea von der oppositionellen Unabhängigen Liberalen Partei (PLI). Der frühere Präsident Arnoldo Alemán erzielte lediglich etwas mehr als sechs Prozent der Stimmen. Am Wahltag wurden Klagen darüber laut, dass die Arbeit der Wahlbeobachter behindert worden sei. Oppositionelle Kreise bezeichneten die Wahl als „illegitim, illegal und verfassungswidrig“, weil Ortega kandidiert habe, obwohl die Verfassung eine Wiederwahl in Folge eindeutig untersage.

          „Es ist ein Sieg des Christentums, des Sozialismus und der Solidarität“, sagte Rosario Murillo, Ortegas Gattin und Sprecherin. Sein Konkurrent Gadea sprach indessen von einem „absolut dreisten Stimmenraub“. Tausende Nicaraguaner zogen in Managua und anderen Städten auf Straßen und Plätze, um Ortegas Sieg zu feiern. Seine Popularität bei den ärmeren Bevölkerungsschichten verdankt der frühere Revolutionsführer vor allem den Sozialprogrammen, die weitgehend von Venezuela finanziert werden. Nach Hochrechnungen könnte Ortegas Sandinistenfront künftig im Parlament über eine Mehrheit verfügen, die es ihm erlaubt, partielle Verfassungsreformen durchzusetzen. Er braucht dann auch nicht mehr mit anderen Parteien zu paktieren.

          Stellvertreter Ortegas erzielt höhere Popularitätswerte

          In der kommenden Amtszeit dürfte neben Ortegas Gattin auch sein Stellvertreter, der frühere General Moisés Omar Halleslevens, an Bedeutung für das politische Leben Nicaraguas gewinnen. In Umfragen erzielte er bisweilen sogar höhere Popularitätswerte als Ortega. Ihm werden insbesondere sein Engagement bei humanitären Missionen der Streitkräfte, seine Verbindungen zur Unternehmerschaft und sein gutes Verhältnis zur Landbevölkerung angerechnet. Halleslevens gehörte seit 1966 zur sandinistischen Guerrilla. 1974 war an der Operation beteiligt, mit der die Freilassung von gefangenen Guerrilleros erpresst wurde – unter ihnen auch Daniel Ortega.

          Pérez siegt in Guatemala

          Unterdessen ist in Guatemala der frühere General Otto Pérez Molina mit 54 Prozent der Stimmen in der Stichwahl gegen den Unternehmer Manuel Baldizón zum neuen Präsidenten gewählt worden. Der 61 Jahre alte Pérez Molina war vor allem im Stadtgebiet Guatemalas als Kandidat der von ihm gegründeten konservativen Patriotischen Partei (PP) erfolgreich. Pérez Molina hatte im Wahlkampf versprochen, mit harter Hand gegen die organisierte Kriminalität vorzugehen und vor allem damit Zuspruch bei der Wählerschaft erhalten.

          „Ich werde unermüdlich dafür arbeiten, dass wir in Sicherheit leben können“ - Otto Pérez lässt sich feiern

          Guatemala dient Rauschgifthändlern als Transitland für den Transport von Drogen in die Vereinigten Staaten. Im Januar beginnt seine vierjährige Amtszeit. Er löst dann den Sozialdemokraten Álvaro Colom ab, der nicht abermals kandidieren durfte. Sein Herausforderer Baldizón verwies darauf, dass er in den ländlichen Gebieten erfolgreich gewesen sei und in einigen Gebieten Pérez Molina überrundet habe. Er werde der Anführer einer „konstruktiven Opposition“ sein, sagte Baldizón und bot dem Wahlsieger seine Unterstützung an. Beide Seiten hatten einander Stimmenkauf vorgeworfen.

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