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Wahlen in Bosnien-Herzegowina : Bakir Izetbegovic liegt in Führung

  • Aktualisiert am

Bakir Izetbegovic könnte als Vertreter der Muslime in das dreiköpfige höchste Staatsorgan einziehen Bild: AFP

Der 54 Jahre alte Sohn des ersten bosnischen Präsidenten Alija Izetbegovic liegt bei den Präsidiumswahlen in Bosnien-Herzegowina nach Auszählung von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen in Führung. Den kroatischen Posten im dreiköpfigen Staatspräsidium wird wohl weiter Zeljko Komsic innehaben.

          Bei den Wahlen in Bosnien-Herzegowina hat es in der muslimischen Gemeinschaft des Landes offenbar einen Führungswechsel gegeben. Der als moderat Kandidat Bakir Izetbegovic nahm dem nationalistischen Amtsinhaber Haris Silajdzic den muslimischen Posten im Staatspräsidium ab, wie die Wahlkommission in Sarajevo am späten Sonntagabend nach Auszählung von 75 Prozent der Stimmen mitteilte.

          Dem dreiköpfigen Staatspräsidium gehören jeweils ein Vertreter serbischer, kroatischer und bosniakischer Nationalität an. Die drei Mitglieder lösen sich alle acht Monate als amtierender Präsident ab.

          Bakir Izetbegovic, der 54 Jahre alte Sohn des verstorbenen ersten bosnischen Präsidenten Alija Izetbegovic, lag den Angaben zufolge mit einem Stimmenanteil von knapp 34 Prozent in Führung. Amtsinhaber Silajdzic kam mit etwa 27 Prozent auf Rang drei. An zweiter Stelle lag der bosnische Medienmogul Fahrudin Radoncic mit rund 30 Prozent. Bakir Izetbegovic hatte im Wahlkampf dafür geworben, die Gräben zwischen den ethnischen Gruppen in dem Balkan-Staat zu überwinden.

          Komsic führt bei den Kroaten

          Während sich bei der Neubesetzung des kroatischen Postens im Staatspräsidium ein deutlicher Sieg von Amtsinhaber Zeljko Komsic abzeichnete, liegen die serbischen Kandidaten Nebojsa Radmanovic und Mladen Ivanic dicht beieinander. Nach Angaben der Wahlkommission lag Amtsinhaber Radmanovic Teilergebnissen zufolge mit etwa 50 Prozent der Stimmen knapp vor dem Herausforderer Ivanic (47 Prozent).

          Die Bevölkerung von Bosnien-Herzegowina hatte am Sonntag in einem komplizierten Verfahren eine neue politische Führung gewählt. Abgestimmt wurde neben der Besetzung des Staatspräsidiums über das gesamtstaatliche Parlament sowie über die Parlamente der beiden Gebietseinheiten, der Republika Srpska (RS) und der Muslimisch-Kroatischen Föderation. Im serbischen Landesteil wurde zudem ein neuer Präsident gewählt. Im bosnisch-kroatischen Teil wurden parallel Bezirkswahlen abgehalten.

          Das komplexe Institutionengefüge war nach dem Bosnien-Krieg 1995 mit dem Friedensabkommen von Dayton geschaffen worden, um den verschiedenen Volksgruppen gerecht zu werden. Während die beiden Teilrepubliken weitgehende Autonomie genießen, gilt die Zentralregierung als schwach.

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