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Wahlausgang unklar : Schwierige Regierungsbildung nach Wahl in Tunesien erwartet

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Raschid al-Ghannuschi, Vorsitzender der islamistischen Ennahda-Partei, wirft seinen Stimmzettel in eine Wahlurne. Bild: dpa

Tunesien hat gewählt: Ein klarer Ausgang zeichnet sich aber noch nicht ab. Acht Jahre nach dem Arabischen Frühling ist die Enttäuschung bei den Wählern groß – das zeigt sich in der Wahlbeteiligung.

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          In Tunesien haben sowohl die moderat islamistische Ennahda-Partei als auch die Partei des inhaftierten Medienunternehmers Nabil Karoui den Sieg der Parlamentswahlen für sich beansprucht. Laut Nachwahlbefragungen erhielten die Islamisten 17,5 Prozent der Stimmen, Karouis neu gegründete Partei „Im Herzen Tunesiens“ 15,6 Prozent.

          Der wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung inhaftierte Besitzer des größten tunesischen Privatsenders kandidiert nächste Woche in der Stichwahl um das Präsidentenamt. Ennahda, deren Kandidat in der ersten Wahlrunde gescheitert ist, war bisher stärkste Kraft im Parlament. Die Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Youssef Chahed, der ebenfalls keinen Erfolg in der Präsidentenwahl hatte, kam nach ersten Angaben nur auf knapp fünf Prozent der Stimmen. Die bisherige Regierungspartei „Nidaa Tounes“ erhielt nur zwei Prozent.

          Die ersten Zahlen machen jedoch deutlich, wie schwierig die Regierungsbildung im neuen, politisch stark zersplitterten Parlament sein wird. Insgesamt hatten sich mehr als 15.000 Kandidaten um die 217 Mandate im Parlament beworben. Mehr als 1500 Listen waren registriert. Für die Wahlen in dem Land, in dem die Arabellion begann, interessierten sich nur wenige Wähler. Nach Angaben der Wahlkommission ISIE lag die Beteiligung bei 41,3 Prozent. Vor vier Jahren waren es noch mehr als 60 Prozent.

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