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Neuer Präsident in Iran : Auf dem Weg in eine Militärdiktatur

Freuen sich über den Sieg ihres Kandidaten: Anhänger des neuen iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi am Samstag in Iran Bild: Reuters

Nach der Wahl von Ebrahim Raisi zum Präsidenten Irans steht das Land vor einer Zäsur. Denn nun kontrollieren die Hardliner in Teheran alle Institutionen.

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          Revolutionsführer Ali Chamenei war einer der Ersten, die in Teheran ihre Stimme abgegeben haben. „Je früher Sie diese Pflicht erfüllen, desto besser“, sagte er in die Kameras. Wer wähle, gestalte die Zukunft des iranischen Volks. Als er am Mittwoch davor die Iraner dazu aufgerufen hatte, wählen zu gehen, räumte er ein, dass „einige“ im Lande wohl unzufrieden seien. Wer aber nicht wähle, löse keine Probleme, sagte er. Man solle also die wählen, die an der Lösung der Probleme arbeiteten.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Offenbar traut aber eine Mehrheit der Iraner keinem der handverlesenen Kandidaten für die Präsidentenwahl zu, ihre Probleme zu lösen. Selbst nach offiziellen Angaben sackte die Wahlbeteiligung auf 48 Prozent ab, nie seit der Revolution von 1979 haben sich weniger Bürger an einer Präsidentenwahl beteiligt. Als Hasan Rohani vor vier Jahren in seinem Amt bestätigt wurde, hatten noch 73 Prozent der Iraner in der Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung und eine politische Liberalisierung ihre Stimme abgegeben. Nun reichten dem Hardliner Ebrahim Raisi bei einer rekordtiefen Wahlbeteiligung rund 17 Millionen Stimmen, um vom Innenministerium zum Sieger in der ersten Wahlrunde erklärt zu werden.

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