https://www.faz.net/-gpf-9fy1m

Präsidentenwahl und Referendum : Gotteslästerung in Irland nicht mehr verfassungswidrig

  • Aktualisiert am

Irlands wiedergewählter Präsident Michael Higgins und seine Frau Sabrina. Bild: Reuters

Die Iren haben nicht nur Michael Higgins als Präsidenten wiedergewählt, sondern in einer Volksabstimmung auch entschieden: Das Blasphemieverbot wird aus der Verfassung gestrichen. Es war nicht ihr erster Schlag gegen katholische Traditionen.

          1 Min.

          Irlands Präsident Michael Higgins für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden. Der 77-Jährige erhielt bei der Wahl am Freitag 56 Prozent der Stimmen und setzte sich somit gegen seine fünf Mitbewerber durch, wie die Wahlkommission am Samstag mitteilte. Auf dem zweiten Platz landete der Unternehmer Peter Casey, der auf 23 Prozent kam. Higgins hat den weitgehend repräsentativen Posten des irischen Präsidenten seit 2011 inne und war als klarer Favorit in die Wahl gegangen.

          Die Iren stimmen außerdem mit großer Mehrheit für die Aufhebung des Blasphemieverbots. Bei einem Referendum, das parallel zur Präsidentschaftswahl abgehalten wurde, sprachen sich 65 Prozent für die Streichung eines entsprechenden Verfassungsartikels aus.

          Blasphemie konnte in Irland bislang mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Der Verfassungsparagraf kam in der jüngeren Geschichte des Landes jedoch nie zur Anwendung und galt deshalb als überflüssig. Justizminister Charlie Flanagan äußerte sich zufrieden über das Ergebnis des Referendums. Das Blasphemieverbot habe keinen Platz in der irischen Verfassung. Irland sei zurecht stolz auf seine „moderne und liberale Gesellschaft“.

          Iren stimmen gegen Traditionen

          Irland geht in jüngster Zeit auf Distanz zu seiner starken katholischen Tradition. Erst im Mai stimmten die irischen Wähler in einem Referendum mit großer Mehrheit für die Legalisierung von Abtreibungen. Seit drei Jahren sind gleichgeschlechtliche Ehen möglich.

          In Planung ist bereits ein nächstes Referendum zu einem anderen veralteten Artikel in der irischen Verfassung über die Rolle von Frauen im Haushalt. Wann dieses stattfinden soll, steht jedoch noch nicht fest.

          Weitere Themen

          Kein Ende des Amazonas-Dramas in Sicht Video-Seite öffnen

          Regenwald wird weiter zerstört : Kein Ende des Amazonas-Dramas in Sicht

          Die Zerstörung des brasilianischen Regenwaldes nimmt kein Ende. Schon im vergangenen Jahr wurde eine Fläche abgeholzt, die so groß ist, wie der Libanon. Viele führen die Brände im Amazonas auf Präsident Jair Bolsonaro zurück.

          Topmeldungen

          Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, auf der IAA 2019

          Diess gegen Osterloh : Showdown im Volkswagen-Reich

          Erst im Sommer ist VW-Chef Herbert Diess nur knapp seinem Rauswurf entgangen. Jetzt ist der Machtkampf in dem Unternehmen neu ausgebrochen – und die Spitze des Aufsichtsrats tagt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.