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Präsidentenwahl in Südkorea : Die Wahl des kleineren Übels

Aussichtsreichste Anwärter: Die südkoreanischen Präsidentschaftskandidaten Lee Jae-myung (links) und Yoon Suk-yeol (rechts) Bild: AP

In Südkorea kämpfen zwei Außenseiter um die Nachfolge von Moon Jae-in im Präsidentenamt. Der eine will ein Mindesteinkommen für alle, der andere das Frauenministerium abschaffen.

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          Eine Schlammschlacht, der dreckigste Wahlkampf seit Jahrzehnten, die Wahl des kleineren Übels. Mit solchen Worten bezeichnen viele Südkoreaner die Präsidentenwahl an diesem Mittwoch. Die beiden aussichtsreichsten Kandidaten, Lee Jae-myung für die Demokraten und Yoon Suk-yeol für die Konservativen, teilen gegeneinander aus. Die echten und vermeintlichen Verfehlungen nicht nur der Präsidentschaftsanwärter, sondern auch ihrer Familien beherrschen den Wahlkampf. Doch viele Koreaner sind es leid. Der eine wie der andere seien in Skandale verwickelt, erklärt die 20 Jahre alte Soziologiestudentin Lim Hee-won, eine Erstwählerin. „Vielleicht gehe ich zur Wahl und gebe gar keine Stimme ab.“

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Mit Lee und Yoon bewerben sich um die Nachfolge des demokratischen Präsidenten Moon Jae-in zwei Kandidaten, die vor zwei Jahren noch niemand auf dem Radar hatte. Lee war Gouverneur von Gyeonggi, der größten Provinz im Speckgürtel rund um die Hauptstadt Seoul. Der 57 Jahre alte Lee stammt aus einer Bauernfamilie und arbeitete sich aus eigener Kraft hoch. Er stilisierte sich früher als der Bernie Sanders von Korea und war in der Demokratischen Partei eher ein Außenseiter.

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