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Wahl in Montana : Trotz Attacke auf Reporter gewinnt Republikaner Kongress-Wahl

  • Aktualisiert am

Greg Gianforte auf einem Wahlkampftermin Bild: AP

Obwohl er einen Journalisten zu Boden riss, gewann ein republikanischer Kandidat die Nachwahl zum Repräsentantenhaus. Der Angriff wird jedoch für Greg Gianforte ein juristisches Nachspiel haben.

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          Einen Tag, nachdem er einen Reporter tätlich angegriffen hatte, ist ein republikanischer Politiker als Nachrücker in den amerikanischen Kongress gewählt worden.

          Greg Gianforte gewann die Nachwahl für den Sitz des Bundesstaats Montana im Repräsentantenhaus. Kurz vor Ende der Auszählung hatte er mehr als 50 Prozent der Stimmen, sein demokratischer Kontrahent Rob Quist etwa 43 Prozent. Die Wahl war angesetzt worden, nachdem Präsident Trump den ursprünglichen Mandatsinhaber Ryan Zinke zum Innenminister ernannt hatte.

          Tätlicher Angriff gegen Reporter

          Der Technologie-Millionär Gianforte hatte für einen Skandal gesorgt, als er am Mittwoch in seinem Wahlkampfbüro einen Journalisten zu Boden riss. Wegen des tätlichen Angriffs nahm die Polizei Ermittlungen gegen ihn auf, Gianforte wird sich vor Gericht verantworten müssen.

          Ben Jacobs, ein Reporter der britischen Zeitung „Guardian“, hatte Gianforte unliebsame Fragen gestellt, als dieser unvermittelt auf ihn losging. Jacobs sprach von einem „Bodyslam“, bei dem seine Brille zu Bruch gegangen sein. Ein Fernsehteam des konservativen Senders Fox News, das sich im selben Raum gerade auf ein Interview mit Gianforte vorbereitete, schilderte einen Griff an den Hals und Schläge des Politikers. Der plötzliche Übergriff sei völlig unvorbereitet passiert.

          Gianforte bestreitet Angriff

          Die Schilderungen der Fox-Reporter und ein Tonmitschnitt widerlegen Gianfortes Version, nach der er dem Reporter lediglich das Aufnahmegerät aus der Hand nehmen wollte. Jacobs habe ihn gepackt, woraufhin beide zu Boden gegangen seien.

          Nach dem Vorfall rechneten Beobachter damit, dass Gianfortes Wahlchancen gesunken seien. Viele eingefleischte Anhänger der Republikaner applaudierten in Onlinekommentaren jedoch der Tat; endlich habe es jemand den lästigen Vertretern der Mainstream-Medien heimgezahlt. Außerdem hatten viele Wähler in Montana ihre Stimme schon lange vorher per Briefwahl abgegeben.

          Montana ist eine klassische Republikaner-Hochburg. Nach den Handgreiflichkeiten hatten zwei große Zeitungen in Montana, der „Missoulian“ und die „Billings Gazette“, ihre Wahlempfehlungen für den Republikaner zurückgezogen.

          Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, rief seinen Parteifreund Gianforte dazu auf, sich zu entschuldigen. „So etwas sollte nicht passieren“, sagte Ryan.

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