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Wahl in Libyen : Liberale angeblich stärkste Partei

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Stolze Wählerinnen in Tripolis

Stolze Wählerinnen in Tripolis Bild: dpa

In Libyen hat die Auszählung der Stimmen zur Wahl des Nationalkongresses begonnen. Die säkulare Allianz der Nationalen Kräfte gibt an, in den meisten Bezirken vorne zu liegen.

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          In Libyen hat am Sonntag die Auszählung der Stimmen zur Wahl des Nationalkongresses begonnen. Rund sechzig Prozent der 2,8 Millionen Wahlberechtigten hatten sich am Samstag an der Wahl der 200 Delegierten des Übergangsparlaments beteiligt, teilte die Wahlkommission in Tripolis mit. Es war die erste freie Wahl seit dem Sturz Muammar al Gaddafis im Oktober vergangenen Jahres. Sie war überschattet von Gewalt im Ostteil des Landes, wo Separatisten Wahlbüros stürmten, Urnen und Wahlzettel anzündeten. Einer der Randalierer wurde von einem Polizisten erschossen.

          3700 Kandidaten, unter ihnen 585 Frauen, hatten kandidiert. 1200 waren unabhängige Kandidaten 2500 Vertreter politischer Parteien. Mit Ergebnissen wird im Laufe der Woche gerechnet. Das Übergangsparlament soll nach seiner Zusammensetzung eine Regierung ernennen, die den während der Revolution gegen Gaddafi gebildeten, demokratisch nicht legitimierten Nationalen Übergangsrat ablöst. Nach Verabschiedung einer neuen Verfassung sollen Parlamentswahlen stattfinden.

          Die wichtigsten Bewerber bei der Wahl waren die Partei für Gerechtigkeit und Aufbau der islamistischen Muslimbruderschaft, die vom Salafisten-Prediger Ali Sallabi und früheren Chef der Tripoli-Brigade, Abdel Hakim Belhadsch, geführte Watan-Partei sowie die säkular ausgerichtete Allianz der Nationalen Kräfte unter dem früheren Ministerpräsidenten Mahmud Dschibril. Diese gab am Sonntag an, in den meisten Wahlbezirken vorne zu liegen.

          Auch Vertreter der Muslimbruderschaft sagten, die liberale Allianz habe im Rennen um die 80 für Parteien reservierten Sitze die meisten Stimmen erzielt. 120 Parlamentssitze gehen an unabhängige Kandidaten. Zuletzt konnten die Libyer 1971 in einem Referendum über eine neue Verfassung abstimmen. Das letzte Parlament, über das die Bevölkerung frei in Wahlen entschied, trat 1964 unter König Idriss zusammen. Parteien waren damals verboten.

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