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Kolumbien-Kommentar : Krieg und Frieden

Die Kandidaten Sergio Fajardo (v.l.n.r.), Gustavo Petro, Humberto de la Calle, Iván Duque und Germán Vargas Lleras bei einer Fernsehdebatte, vor der Präsidentschaftswahl in Kolumbien. Bild: dpa

Die Bürger in Venezuelas Nachbarstaat Kolumbien haben die Wahl – im eigentlichen Sinn der Wortes. Die Präsidentschaftskandidaten decken ein weites politisches Spektrum ab. Eine Garantie für Frieden ist das aber nicht.

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          Was für ein Kontrast: Am vergangenen Wochenende ließ sich Nicolás Maduro in einer Wahlfarce sondergleichen als Präsident des potentiell reichsten, aber faktisch korruptesten Staates Lateinamerikas bestätigen. An diesem Wochenende haben die Bürger in Venezuelas Nachbarstaat Kolumbien die Wahl – und das im eigentlichen Sinn der Wortes.

          Denn die fünf Kandidaten, die um die Nachfolge des nach zwei Amtszeiten nicht mehr wählbaren Friedensnobelpreisträgers Juan Manuel Santos konkurrieren, decken ein weites politisches Spektrum von moderat rechts bis moderat links ab. Und niemand umwirbt die Kolumbianer mit utopischen Versprechungen.

          Dazu ist nicht nur die wirtschaftliche Lage zu ernst, sondern der Staat zu schwach, was der Friedensprozess mit der Farc-Guerrilla schonungslos offengelegt hat. In vielen Regionen hat er das Machtvakuum nicht füllen können, das durch die Demobilisierung der Kämpfer entstanden ist. Und von einem Masterplan für ländliche Entwicklung keine Spur. Wer auch immer die Stichwahl im Juni gewinnt: Die Abwesenheit von Krieg ist noch kein Frieden.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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