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Honduras : Linkspolitikerin Castro bei Wahl deutlich vorne

  • Aktualisiert am

Xiomara Castro am Sonntagabend in Tegucigalpa Bild: AP

Vor zwölf Jahren wurde in Honduras Präsident Manuel Zelaya gestürzt. Nun hat seine Frau Xiomara Castro laut Hochrechnungen die Wahl zum Staatsoberhaupt gewonnen.

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          In Honduras deutet sich nach einer Nachwahlbefragung und ersten Hochrechnungen ein Regierungswechsel an. Wie das Nachrichtenportal Proceso am Sonntagabend (Ortszeit) berichtete, gewann Linkspolitikerin Xiomara Castro offenbar die mit Spannung erwarteten Präsidentenwahlen.

          Laut Prognose kommt sie auf 50,5 Prozent der Stimmen. Erste Hochrechnungen nach einem Drittel der ausgezählten Stimmen sahen sie mit 53,44 Prozent deutlich vor dem konservativen Kandidaten Nasry Asfura (34,01 Prozent). Beobachter der Europäischen Union hatten zuvor die Kandidaten aufgefordert, erst die Endergebnisse abzuwarten und sich nicht vorzeitig zum Sieger zu erklären.

          „Unsere Demokratie liegt im Koma“

          Xiomara Castro ist Ehefrau des vor zwölf Jahren gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya und versprach im Wahlkampf eine Bekämpfung der Armut, ein Verbot der umstrittenen Sonderwirtschaftszonen und mehr demokratische Teilhabe des honduranischen Volkes. „Wir streben eine direkte partizipative Demokratie an“, sagte Castro in einer ersten Reaktion am Abend und versprach eine Regierung der Versöhnung: „Ich reiche meinen Gegnern die Hand, weil ich keine Feinde habe.“

          Castro wird damit wohl Nachfolgerin des umstrittenen Amtsinhabers Juan Orlando Hernández, der sich wegen einer Amtszeitbegrenzung nicht mehr zur Wiederwahl stellen konnte. Die Justiz in den USA wirft ihm vor, er sei tief in den Drogenhandel verstrickt. Der Politiker weist die Vorwürfe als Kampagne zurück.

          Die Kirche in Honduras hatte vorher zur Teilnahme an den Wahlen aufgerufen und die Wahlberechtigten ermuntert, bei dem Urnengang in dem mittelamerikanischen Land ihre Stimme jenen Kandidaten zu verweigern, die von „Korruption, organisierter Kriminalität und Drogenhandel befleckt sind, die der Bevölkerung so viel Schaden zugefügt haben“.

          Castros Anhänger feiern in den Straßen
          Castros Anhänger feiern in den Straßen : Bild: EPA

          Die Demokratie in Honduras braucht nach Einschätzung der Kirche daher einen tiefgreifenden Wandel. „Unsere Demokratie liegt im Koma“, sagte der Sprecher der Honduranischen Bischofskonferenz, Padre Juan Angel Lopez. „Die Folge krimineller Staatsführung sind Flucht und Migration“, sagte der Hauptgeschäftsführer des deutschen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Martin Maier, vor den Wahlen in Honduras. Tatsächlich ist Honduras eines jener Länder aus denen die meisten Migranten stammen, die immer wieder versuchen, über Mexiko in Richtung USA zu gelangen.

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