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Wahl in Gambia : Präsident Jammeh will Niederlage doch nicht anerkennen

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Gambias Präsident Yahya Jammeh will seinen Platz doch nicht räumen. Bild: AP

Wegen „inakzeptabler Fehler“ bei der Wahl will Gambias Staatschef Jammeh sein Amt nun doch nicht abgeben. Die Vereinigten Staaten verurteilen die Kehrtwende. In der Hauptstadt Banjul stapeln Soldaten Sandsäcke auf.

          Eine Woche nach dem Eingeständnis seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl in Gambia hat der langjährige Staatschef Yahya Jammeh eine Kehrtwende vollzogen: Wegen „inakzeptabler Fehler“ der Wahlkommission erkenne er das Wahlergebnis nicht länger an, sagte Jammeh am Freitagabend in einer Fernsehansprache. Er bestehe auf einer Wiederholung der Wahl. Die USA und Gambias Nachbarland Senegal verurteilten den Schritt.

          Zur allgemeinen Überraschung hatte Jammeh vor einer Woche in einer Fernsehansprache seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl vom 1. Dezember anerkannt und eine friedliche und rasche Machtübergabe an den siegreichen Oppositionskandidaten Adama Barrow versprochen.

          Angespannte Lage in der Hauptstadt

          Am Freitag dann stapelten Soldaten Sandsackbarrieren an strategisch wichtigen Orten der Hauptstadt Banjul und lösten damit Unruhe in der Bevölkerung aus. In seiner Ansprache warnte Jammeh vor Protesten gegen seine Entscheidung.

          Jammeh regiert seit 22 Jahren autokratisch. Er hatte sich im Jahr 1994 an die Macht geputscht und wurde seitdem stets wiedergewählt. Die Opposition hatte mit Barrow erstmals einen gemeinsamen Kandidaten aufgestellt. Laut jüngsten Angaben der Wahlkommission erhielt Barrow 43,3 Prozent der Stimmen, Jammeh 39,6 Prozent.

          Oppositionssprecherin Isatou Touray warf dem Präsidenten eine „Missachtung der Demokratie“ vor und rief die Bevölkerung auf, ruhig und wachsam zu bleiben. Gambias Nachbarland Senegal verurteilte Jammehs Kehrtwende und forderte eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats sowie eine friedliche Machtübergabe an den designierten Präsidenten Barrow.

          Das US-Außenministerium sprach von einem „verwerflichen und inakzeptablen Vertrauensbruch gegenüber dem Volk von Gambia“ und einem „ungeheuerlichen Versuch, ungerechtfertigt an der Macht zu bleiben“.

          Nichtregierungsorganisationen werfen der Regierung unter Jammeh schwere Menschenrechtsverletzungen vor, unter anderem die Einschüchterung von Journalisten und willkürliche Inhaftierungen. Gambia hatte kürzlich seinen Rückzug aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag angekündigt.

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