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Während des Opferfestes : Waffenruhe für Syrien in Aussicht

  • -Aktualisiert am
Lakhdar Brahimi am vorigen Sonntag in Damaskus
          2 Min.

          Die syrische Regierung ist angeblich bereit, einer vier Tage währenden Waffenruhe zum muslimischen Opferfest Eid al Adha zuzustimmen. Das sagte der Syrien-Sondergesandte von Vereinten Nationen und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, am Mittwoch in Kairo. Das syrische Außenministerium hingegen gab nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch bekannt, dass die Armeeführung erst am Donnerstag eine Entscheidung über eine Feuerpause treffen werde.

          Brahimi war in den vergangenen Tagen in Syrien mit Angehörigen der Opposition und Regierungsvertretern, darunter Präsident Baschar al Assad, zusammengekommen, um Möglichkeiten für eine vorübergehende Waffenruhe auszuloten. Mitglieder der Freien Syrischen Armee (FSA) äußerten am Mittwoch Zweifel, dass Assad sich an eine Vereinbarung halten werde. Mustafa al Sheikh von der FSA sagte der AFP, die Aufständischen würden die Kämpfe erst einstellen, wenn auch die Regierungseinheiten dies täten.

          Assad werde die Feuerpause spätestens an diesem Donnerstag verkünden, sagte Brahimi. Die Waffenruhe solle von Freitag bis Montag andauern. „Wenn wir mit dieser bescheidenen Initiative Erfolg haben, könnte darauf eine länger Waffenruhe folgen“, sagte er. Die Feuerpause wäre die längste seit Beginn der Revolution gegen Assad im März 2011, die seit diesem Frühjahr von einem Bürgerkrieg überschattet wird. Auch die meisten Aufständischen hätten ihre Zustimmung signalisiert, sagte Brahimi nach einem Treffen mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al Arabi, in Kairo. Allein bis Mittwochmittag kamen nach Angaben von Aktivisten 40 Menschen ums Leben; am Dienstag gab es demnach 164 Tote.

          Eine von Brahimis Vorgänger Kofi Annan im April ausgehandelte Waffenruhe hielt nur wenige Stunden. Assad hatte noch am Montag gesagt, er werde einer Feuerpause lediglich zustimmen, wenn ausländische Staaten ihre Unterstützung der Aufständischen mit Waffen einstellten. Nach Angaben des russischen Militärs verfügen diese inzwischen über tragbare Flugabwehrraketen, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch, darunter Stinger-Raketen aus amerikanischer Produktion. Die FSA hatte zuvor dementiert, solche Waffen erhalten zu haben. Bislang seien lediglich Handfeuerwaffen von außen in ihren Besitz geraten. Qatar und Saudi-Arabien sind die wichtigsten regionalen Unterstützer der Opposition.

          Unterdessen hat sich die politische Krise im an Syrien angrenzenden Libanon am Mittwoch verschärft. Mitglieder der Opposition kündigten an, das Parlament zu boykottieren und vor dem Regierungssitz Grand Serail ein Protestcamp zu errichten. Nach der Ermordung des Geheimdienstoffiziers Wissam al Hassan am Freitag war es in Beirut und Tripolis zu bewaffneten Auseinandersetzungen gekommen, acht Menschen würden getötet.

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