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Vorwahlen der Demokraten : Sanders nach ersten Auszählungen in Nevada klar vorn

  • Aktualisiert am

Anhänger von Bernie Sanders feiern die ersten Prognosen, nach denen der linke Senator aus Vermont die Vorwahlen der demokratischen Präsidentschaftsbewerber in Nevada gewonnen hat. Bild: AFP

Laut Prognosen hat der linke Senator den zweiten von drei amerikanischen Vorwahlstaaten gewonnen und baut seinen Spitzenplatz unter den demokratischen Präsidentschaftskandidaten aus. Allerdings steigt Milliardär Bloomberg erst im März ins Rennen ein.

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          Bei der Vorwahl der Demokraten in Nevada um die amerikanische Präsidentschaft liegt der Senator Bernie Sanders nach ersten Erhebungen deutlich vorn. Nach Auszählungen in zehn Prozent der Wahlbezirke kommt der 78-Jährige demnach auf rund 40 Prozent. Ex-Vizepräsident Joe Biden lag auf Rang zwei. Der Ex-Bürgermeister von South Bend, Pete Buttigieg, kam auf den dritten Platz vor Senatorin Elizabeth Warren.

          Die TV-Sender Fox News und MSNBC sagen den Wahlsieg für Sanders bereits voraus. Bis zur endgültigen Auszählung aller Stimmen dürfte es noch Stunden dauern. Auch die Sender CNN, NBC News und andere amerikanische Medien sehen das Rennen eindeutig zu Gunsten Sanders entschieden. Dessen Kampagne erklärt auf Youtube, die Vorwahl in Nevada gewonnen zu haben: „Lasst uns gemeinsam die demokratische Nominierung gewinnen, Trump schlagen und das Land verwandeln.“

          Nevada wäre der zweite von drei Vorwahl-Staaten, den der Senator aus Vermont für sich gewinnen konnte. Bei der ersten Vorwahl in Iowa lag er knapp hinter dem früheren Bürgermeister Pete Buttigieg. Sanders festigt damit in Nevada seine Position als Spitzenreiter in dem Rennen um die Kandidatur der Demokraten. In nationalen Umfragen hat er den ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden in der Favoritenrolle bereits abgelöst.

          Erste Vorwahl mit Bloomberg steht noch aus

          Unabhängig vom Wahlausgang in Nevada wird der „Super Tuesday“ Anfang März von großer Bedeutung sein, bei dem in mehreren großen Bundesstaaten abgestimmt wird. Dann steht erstmals auch der Milliardär Michael Bloomberg zur Wahl. Der Sieger der Vorwahlen tritt Anfang November für die Demokraten bei der eigentlichen Präsidentenwahl gegen Amtsinhaber Donald Trump an, der als sicherer Kandidat der Republikaner gilt.  

          Überschattet wurde die Vorwahl von Berichten über eine angebliche Einflussnahme Russlands, um Sanders im Vorwahlkampf zu unterstützen. Laut der „Washington Post“ wurde der Senator von amerikanischen Regierungsvertretern darüber informiert, dass Russland die Vorwahlen zu seinen Gunsten beeinflussen wolle. Sanders bestätigte den Bericht am Freitag. Er verbat sich jedoch jede Hilfe des Kreml und warf der russischen Regierung vor, die Vereinigten Staaten spalten zu wollen.

          Die amerikanischen Behörden gehen davon aus, dass Russland Sanders schon im Vorwahlkampf 2016 gegen seine Rivalin Hillary Clinton unterstützen wollte, um eine Spaltung der amerikanischen Gesellschaft voranzutreiben und letztlich dem republikanischen Kandidaten Trump zu helfen. Während Clinton sich vor vier Jahren in den Vorwahlen der Demokraten gegen Sanders durchsetzte, unterlag sie schließlich Trump bei der Präsidentschaftswahl. Nach Erkenntnissen der amerikanischen Geheimdienste manipulierte Russland den Präsidentschaftswahlkampf 2016 insbesondere durch eine Kampagne in Online-Netzwerken wie Facebook.

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