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Vorwahlen in Amerika : Ein Albtraum namens Bernie Sanders

Bernie Sanders hält nach seinem Sieg in Nevada eine Rede. Bild: Reuters

Die Parteiführung der Demokraten kommt ins Grübeln: Was wäre, wenn der selbsternannte Sozialist als Gewinner aus den Vorwahlen der Demokraten hervorginge? Keine Frage: Es wäre ein Albtraum für sie.

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          Der Siegeszug des selbsternannten Sozialisten Bernie Sanders bei der Vorauswahl der Demokraten geht weiter. Jetzt lag er auch bei den Parteiversammlungen in dem Bundesstaat Nevada vorne – und die Parteiführung kommt immer mehr ins Grübeln: Was wäre, wenn?

          Was wäre, wenn der 78 Jahre alte Sanders nach den Vorwahlen tatsächlich die meisten Delegiertenstimmen, zumindest relativ gesehen, auf sich vereinigt hätte? Wäre er der Herausforderer Präsident Trumps, der ja einen dezidiert linken Gegner geradezu herbeisehnt (wofür auch russische Stellen offenbar ihren Beitrag leisten)?

          Es wäre ein Albtraum für viele Demokraten, aber nicht nur für sie. Man kann sich vorstellen, welche Angriffe auf den ebenso authentischen wie ideologisch sturen Senator aus Vermont niedergehen würden. Der Gewinn der Stimmen der verbliebenen unabhängigen Wähler rückte in weite Ferne.

          Von den moderaten Bewerbern um die Präsidentschaftskandidatur hat sich bislang der frühere Bürgermeister Pete Buttigieg achtbar geschlagen. Aber solange er oder ein anderer Bewerber bei den nächsten Vorwahlen keinen fulminanten Erfolg landet, wird sich dieses Feld weiter selbst schwächen – mit Sanders als lachendem Dritten.

          Mit Werbung und viel Geld

          Viele Augen werden sich Anfang März auf den Milliardär Michael Bloomberg richten. Dann wird der frühere Bürgermeister von New York in das Rennen einsteigen; die Staaten, um die es am sogenannten „Super-Dienstag“ geht, hat er mit Werbung und viel Geld überschwemmt. Bei einer Debatte neulich wurde er freilich entzaubert.

          Unabhängig davon werden die berechtigten Vorwürfe der Parteilinken nicht verstummen, wie es denn sei könne, dass man sich die Kandidatur der Demokraten quasi erkaufen könne. Das Thema Wahlkampffinanzierung schlägt voll auf die Demokraten zurück.

          Es gibt noch eine weitere Unwägbarkeit. Denn angesichts der Größe des Bewerberfelds könnte es sein, dass bis zum Nominierungsparteitag im Juli nicht eindeutig feststeht, wen die Demokraten in den Hauptkampf gegen Trump schicken wollen. Die Parteiführung könnte einen „neuen“, aus ihrer Sicht aussichtsreicheren Bewerber aus dem Hut zaubern. Schon wird der Name Hillary Clinton genannt. Sollte das mehr sein als Phantasie (oder dummes Gerede), wären die Demokraten politisch selbstmordgefährdet.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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