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Vorwahlen der Demokraten : Joe Biden klarer Sieger in South Carolina

  • Aktualisiert am

Joe Biden auf einer Veranstaltung in der Stadt Raleigh vergangenen Samstag Bild: AP

Er kann doch noch gewinnen: Obamas früherer Vizepräsident liegt bei der Vorwahl seiner Partei in South Carolina klar vorn. Ein Mitbewerber gibt auf. Nun richten sich alle Augen auf den kommenden Dienstag.

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          Der ehemalige Vizepräsident Joe Biden hat mit fast 50 Prozent der Stimmen die wichtige Vorwahl im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der amerikanischen Demokraten in South Carolina gewonnen. Er feierte seinen Sieg vor jubelnden Anhängern: „Wir haben gewonnen – und wir haben klar gewonnen.“ Noch vor wenigen Tagen hätten Medien und Experten seine Kandidatur für tot erklärt. „Doch wir sind sehr lebendig“, so Biden in South Carolinas Hauptstadt Columbia. „Ihr habt unsere Kampagne auf den Kurs gebracht, Donald Trump zu besiegen.“

          Es ist der erste Sieg des 77 Jahre alten Biden, der sich in den drei bisherigen Vorwahlen der Demokraten nicht hatte durchsetzen können. In landesweiten Umfragen führt weiterhin Senator Bernie Sanders (78) das Feld der Bewerber um die Kandidatur der Demokraten an. Sanders hatte zwei der drei bisherigen Vorwahlen gewonnen. Als Zweitplatzierter mit etwa 20 Prozent der Stimmen räumte er seine Niederlage in South Carolina ein und gratulierte Biden.

          Die Vorwahl war die letzte vor dem „Super Tuesday“ am kommenden Dienstag. Dann wird in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten gewählt. Dabei werden mehr als ein Drittel aller Delegierten vergeben, die im Sommer den Kandidaten der Demokraten bestimmen. Dieser Kandidat wird am 3. November gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump in die Wahl ziehen. Trump selbst hat keine ernstzunehmende parteiinterne Konkurrenz. Die Republikaner haben daher ihre Vorwahlen in South Carolina und in mehreren anderen Bundesstaaten abgesagt.

          Biden setzte auf Afroamerikaner

          In South Carolina konnten deutlich mehr Schwarze abstimmen als bei den bisherigen Vorwahlen in den Bundesstaaten Iowa, New Hampshire und Nevada. Biden baute darauf, bei dieser Wählergruppe punkten zu können.

          Diese Hoffnung scheint sich erfüllt zu haben. Biden war Vizepräsident unter Trumps Vorgänger Barack Obama, dem ersten schwarzen Präsidenten in den Vereinigten Staaten. Im Fall einer Niederlage Bidens in South Carolina war über ein Ende seines Wahlkampfs spekuliert worden.

          Ursprünglich als Favorit gestartet

          Biden war als Hoffnungsträger moderater Demokraten ins Rennen gegangen. Er hatte die landesweiten Umfragen der Bewerber um die Kandidatur lange angeführt, bevor er an der Spitzenposition von Sanders abgelöst wurde. Bei den bisherigen Vorwahlen war Biden weit unter den Erwartungen geblieben. In Iowa war er nur auf den vierten Platz gekommen, in New Hampshire sogar nur auf Rang fünf.

          Neben Biden und Sanders – der sich als demokratischer Sozialist bezeichnet – sind noch fünf weitere Bewerber im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten: Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg (78), der Ex-Bürgermeister von South Bend (Indiana), Pete Buttigieg (38), die Senatorin Amy Klobuchar (59), die Senatorin Elizabeth Warren (70) und die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard (38).

          Der Milliardär und frühere Hedgefonds-Manager Tom Steyer (62) erklärte seinen Rückzug, nachdem er in South Carolina auf Platz drei landete und zuvor nur unter ferner liefen abgeschnitten hatte.

          Am Super Tuesday steigt Bloomberg ein

          Bloomberg trat in South Carolina – wie bei den anderen bisherigen Vorwahlen – nicht an. Der Multimilliardär ist erst spät ins Rennen eingestiegen und steht erstmals am „Super Tuesday“ auf den Wahlzetteln. Präsident Trump schrieb am Samstagabend auf Twitter, der Sieg des „schläfrigen“ Joe Biden in South Carolina sollte das Ende des „Witzes eines Wahlkampfs“ von „Mini Mike Bloomberg“ sein.

          Buttigieg hatte sich bei der ersten Vorwahl in Iowa Anfang Februar ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Sanders geliefert und war am Ende aber auf etwas mehr Delegierte gekommen. Bei der Vorwahl in New Hampshire konnte sich Sanders knapp gegen Buttigieg durchsetzen. Nevada gewann Sanders dagegen mit deutlichem Vorsprung vor Biden und Buttigieg.

          Biden hatte bei einer TV-Debatte der demokratischen Kandidaten in Charleston in South Carolina am Dienstag gesagt: „Ich habe wie der Teufel dafür gearbeitet, die Stimmen der schwarzen Amerikaner zu gewinnen, nicht nur hier, sondern überall im Land.“ Auf die Frage, ob er seine Kandidatur auch im Fall einer Niederlage in South Carolina fortführen wolle, antwortete er: „Ich werde South Carolina gewinnen.“

          Die Vorwahlen ziehen sich bis Juni hin. Auf Nominierungsparteitagen küren Demokraten und Republikaner danach endgültig ihre Präsidentschaftskandidaten – die Demokraten im Juli in Milwaukee (Wisconsin), die Republikaner im August in Charlotte (North Carolina).

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