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Vormarsch in Libyen : Fragil

Chalifa Haftar Bild: dpa

In Libyen droht ein neuer Bürgerkrieg. Wie weit will der Armeechef Chalifa Haftar noch gehen? Der Westen sollte nun etwas tun.

          Hat das „Endspiel“ in Libyen begonnen? Kurzzeitig sah es danach aus, weil die Truppen des ostlibyschen Armeechefs Chalifa Haftar sich in dieser Woche Tripolis näherten. Dort sitzt die von den UN anerkannte Regierung von Fajez Sarradsch, der seit 2015 versucht, sich über die Hauptstadt hinaus Autorität zu verschaffen.

          Noch länger mischt Haftar im Poker der Milizen, Städte und Regionen um die Macht mit. Im Januar und Februar brachten seine Truppen wichtige Ölförderstätten im Süden unter ihre Kontrolle. Nun scheint der Anführer der Gegenregierung im Osten alles auf eine Karte zu setzen.

          Die Phalanx der Gegner aufzubrechen wird aber nicht leicht. Zudem ist zweifelhaft, ob Haftars Unterstützer – unter anderem Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate – die Offensive mittragen. Es könnte ausgehen wie so oft seit dem Sturz Gaddafis: Unter internationaler Vermittlung wird eine fragile Vereinbarung ausgehandelt, die den Konflikt schwelen lässt und die Anarchie befördert. Besser wäre es, der Westen – inklusive Frankreichs – setzte Haftar endlich klare Grenzen.

          Christian Meier

          Redakteur in der Politik.

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