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Vormarsch der Dschihadisten : Das irakische Menetekel

Zwei Jahre nach dem übereilten Abzug der Amerikaner aus dem Irak ist Falludscha in der Hand von Dschihadisten, die Al Qaida nahestehen. War der Blutzoll der Truppen Washingtons vergebens?

          In der westirakischen Provinz Anbar hatten die amerikanischen Truppen einen hohen Blutzoll zu entrichten; besonders hoch war er in der sogenannten Rebellenhochburg Falludscha. War das alles für die Katz? Zwei Jahre nach dem übereilten Abzug der Amerikaner aus dem Irak ist die Stadt in der Hand von Dschihadisten, die Al Qaida nahestehen; die Regierung Maliki hat, zumindest vorübergehend, die Kontrolle verloren. Sie hat wenig getan, um den sunnitisch-schiitischen Gegensatz zu entschärfen und den Sunniten politische Teilhabe zu eröffnen.

          Hatte früher die sunnitische Minderheit das Sagen, so geht es heute allein nach der schiitischen Mehrheit - Nutznießer sind die Dschihadisten. Die Vereinigten Staaten wollen Maliki im Kampf gegen vagabundierende Extremisten helfen, aber keine Soldaten entsenden. Natürlich werden amerikanische Soldaten nicht zurückkehren.

          Und doch muss man auf das Sicherheitsvakuum hinweisen, das Washington hinterlassen hat. Hoffentlich wird man das eines Tages nicht auch für Afghanistan feststellen - falls nach Abzug der westlichen Truppen Terror und Taliban zurückkehren.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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