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Mord an Ján Kuciak : Eine Gesellschaft lässt sich nicht einschüchtern

Der Angeklagte Martin Kocner kommt am 19. Dezember 2019 im slowakischen Pezinok zur Verhandlung vor Gericht. Bild: AFP

Vor zwei Jahren wurden der Investigativjournalist Ján Kuciak und seine Lebensgefährtin in ihrem Haus ermordet. Das hat in der Slowakei tiefe Spuren hinterlassen.

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          Am 21. Februar 2018 stand Miroslav Marček vor dem Haus von Ján Kuciak und Martina Kušnírová in dem slowakischen Dorf Vel’ká Maca, ein Jahr ist das nun her. Das Paar hatte sich das kleine Anwesen als gemeinsamen Landsitz zurechtgemacht, die beiden 27 Jahre jungen Leute wollten bald heiraten. Marček lauerte ihnen im Hof auf. Das heißt, eigentlich galt sein Besuch Kuciak, einem Journalisten, der auf dem Internetportal aktualny.sk Artikel über kriminelle Machenschaften und politische Verstrickungen veröffentlichte.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Marček wartete auf eine passend erscheinende Gelegenheit. Als Kušnírová auf die Toilette zu gehen schien, klopfte er an die Tür. Kuciak öffnete, und Marček schoss ihm sofort mit einer Pistole in die Brust. Dann bemerkte er, dass Kušnírová in die Küche flüchtete, und erschoss auch sie. Beim Hinausgehen gab er noch einen Schuss auf Kuciak ab, dann stieg er zu Tomáš Szabó, seinem Vetter, der ihn chauffiert hatte, ins Auto und die beiden flohen vom Tatort.

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