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Kommentar zum Korea-Gipfel : Nur ein Zwischenschritt

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Bild: dpa

Der dritte Nordkorea-Gipfel innerhalb kurzer Zeit stimmt hoffnungsvoll. Dennoch ist das Grundproblem der Halbinsel noch längst nicht gelöst.

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          Moon Jae-in lässt sich nicht völlig vor den Karren der nordkoreanischen Propaganda spannen. Der südkoreanische Präsident hat vor mehr als zehn Jahren aus der Nähe gesehen, wohin Naivität im Umgang mit dem Norden führt. Deshalb musste Nordkoreas Staatsführer Kim Jong-un jetzt Dinge unterschreiben, die er in diesem Wortlaut vielleicht nicht unbedingt hätte unterschreiben wollen.

          Andererseits ist auch nach dem dritten Nord-Süd-Gipfel in Korea innerhalb weniger Monate das Grundproblem der Halbinsel noch nicht gelöst. Es ist gut, wenn Nordkorea sich im Prinzip bereiterklärt, die Atomanlage in Yongbyon zu schließen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass eben dort vor Jahren schon einmal öffentlichkeitswirksam ein Kühlturm gesprengt wurde. Das hat die weitere atomare Aufrüstung nicht verhindert.

          Zudem hat Kim die Schließung an die Bedingung geknüpft, dass die Vereinigten Staaten „Gegenleistungen“ erbringen. Das wird noch schwierig. Trotzdem kann sich Nordkorea solche Gesten leisten, ist doch sein Atomwaffenprogramm nach eigenen Angaben vollendet.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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