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Rechtzeitig vor Ramadan : Die Türkei holt Zehntausende Staatsbürger zurück

Passagere gehen in Hatay Anfang März an Bord einer Boeing 777-800 der Fluggesellschaft Turkish Airlines. Bild: Reuters

Präsident Tayyip Erdogan ordnet an, rechtzeitig vor Beginn des Fastenmonats Staatsbürger aus 59 Ländern mit Sonderflügen in die Heimat zu bringen. Die meisten von ihnen kommen aus Deutschland.

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          Am 23. April beginnt für die Muslime der Fastenmonat Ramadan. Bis dahin sollen 25.000 türkische Staatsbürger aus 59 Staaten in aller Welt mit Sonderflügen in die Türkei geflogen werden, sagte der türkische Vizepräsident Fuat Oktay am Freitag. Ziel sei, dass sie den Ramadan und das Zuckerfest, das den Fastenmonat abschließt, mit ihren Familien und Freunden verbringen könnten.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Angeordnet habe Präsident Tayyip Erdogan die neue Rückholaktion, sagte Oktay. Damit würde sich die Zahl der türkischen Staatsbürger, die seit dem Beginn der Corona-Krise und der Schließung der internationalen Grenzen in die Türkei geflogen worden sind, auf 50.000 erhöhen. Die Aktion betrifft insgesamt 70 Länder. Beteiligt sind die Ministerien des Äußeren und des Inneren sowie für Verkehr, Gesundheit und Jugend, ferner die Gouverneure der Provinzen, in die die Personen gebracht werden.

          Eingesetzt werden Flugzeuge von Turkish Airlines. Drei ihrer Piloten sind bislang an Covid-19 verstorben. Die Rückkehrer werden bei der Ankunft in Quarantäne genommen und auf den Virus getestet. Sie werden in eines der Studentenwohnheime gebracht, die in 62 der 81 Provinzen des Landes bereitstehen und wo sie jeweils 14 Tage zu bleiben haben. Die Heime können derzeit bis zu 26.000 Menschen aufnehmen.

          Auch in der Türkei gelten bislang die international üblichen Beschränkungen im persönlichen Kontakt. Am 14. April hatte die türkische Religionsbehörde erklärt, die Muslime sollten trotz der Corona-Krise fasten.

          Nach Angaben türkischer Medien sollen aus Deutschland 3269 türkische Staatsbürger ausgeflogen werden, und damit mehr als aus jedem anderen Land – aus Saudi-Arabien 2201, aus den Vereinigten Staaten 1632, aus Großbritannien 1559 und aus Kuweit 1463.

          Am Freitag brachte ein Sonderflug von Turkish Airlines 349 Personen aus London nach Istanbul. Am 17. März war der Flugbetrieb zwischen den beiden Ländern eingestellt worden. Vor allem Urlauber, Studenten und Geschäftsleute machten von der Möglichkeiten der nun möglichen Sonderflüge Gebrauch, sagte der türkische Botschafter in London, Ümit Yalcin, der Nachrichtenagentur Anadolu. Die Botschaft und das Generalkonsulat arbeiteten Tag und Nacht an der Rückholaktion. Vor dem Freitag hatte es bereits am Donnerstag einen Sonderflug gegeben.

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