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Vor Deutschland-Besuch : Südkorea bietet Kim Jong-un Spitzentreffen an

Präsidentin Park Geun-hye Bild: picture alliance / Yonhap

In einem F.A.Z.-Interview hat die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un wirtschaftliche Hilfe angeboten, falls er auf seine Atomwaffen verzichtet. Sie besucht am Dienstag Berlin.

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          Die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye hat Nordkorea die Hand zur Zusammenarbeit gereicht. „Es ist wirklich an der Zeit, dass wir uns aktiv darum bemühen, die anhaltenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu überwinden“, sagte Park in einem Gespräch mit der F.A.Z. zum Auftakt ihres Deutschlandbesuchs am Dienstag. Dazu sei sie bereit, sich mit Kim Jong-un, dem nordkoreanischen Machthaber, zu treffen. „Im Prinzip sind wir und waren wir schon immer offen für Gespräche auch auf der höchsten Ebene“, sagte Park der F.A.Z. Um Vertrauen zu schaffen, sei es wichtig, dass es bald 70 Jahre nach der Teilung Koreas zwischen den Menschen aus dem Norden und dem Süden mehr persönliche Kontakte gibt.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Gespräche zwischen ihr und Kim dürften aber nicht nur stattfinden, um Aufmerksamkeit zu erregen, sagte die Präsidentin. „Es muss auch um Inhalte gehen. Und da stehen die nordkoreanischen Atomwaffen für mich natürlich ganz oben auf der Agenda.“ Südkorea sei sofort bereit, dem Norden zu helfen und in seiner wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen, wenn die nordkoreanische Führung die Entwicklung ihrer Atomwaffen aufgebe. „Wenn Kim Jong-un an seinem Atomprogramm festhält, wird es schwierig bleiben, von der internationalen Gemeinschaft Unterstützung oder auch Investitionen zu bekommen. Darunter leidet natürlich auch die Stabilität des nordkoreanischen Systems“, sagte Park.

          „Japan muss ernsthafte Signale setzen“

          In den Augen der Präsidentin ist auch die japanische Regierung für die wachsenden politischen Spannungen in Nordostasien verantwortlich. „Die Spannungen sind sehr tief“, sagte Park. „Ich sehe einen wichtigen Grund dafür in den Äußerungen einiger ranghoher japanischer Politiker, die nationalistische Aussagen zur Geschichte machen, die bei den Menschen in Korea alte Wunden aufreißen.“

          Park spielte damit auf die zunehmend nationalistische Rhetorik an, die in Japan seit dem Amtsantritt von Ministerpräsident Shinzo Abe Ende 2012 eingezogen ist. Sie forderte: „Die japanische Regierung muss ernsthafte Signale setzen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um gegenseitiges Vertrauen wiederherzustellen.“

          Die Regierung in Südkorea verfolgt mit Sorge, dass es in Japan starke Bestrebungen gibt, die Verantwortung für die organisierte Verschleppung von etwa 200.000 Frauen als Sexsklavinnen in die Frontbordelle der japanischen Armee zu leugnen. Jüngste Erklärungen aus Tokio, weiter zu dieser Verantwortung zu stehen, bezeichnete Park als „beruhigend“. „Die Frage ist nur: Wie ernst ist das gemeint?“

          Südkoreas Präsidentin lobte den Umgang Deutschlands mit seiner Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg als vorbildlich. „Ich hoffe sehr, dass Japan aus dem Beispiel Deutschlands Lehren ziehen wird“, sagte sie.

          Das vollständige Interview lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 25. März 2014 oder ab 20 Uhr im ePaper.

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