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Vor der Wahl in Israel : Netanjahu muss es nun ohne Trump schaffen

Freund und Wahlkampfhelfer: Trump und Netanjahu auf einem Plakat in Israel. Bild: AP

Für Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist der amerikanische Präsident Donald Trump ein Freund. Der fällt als Wahlkampfhelfer aber nun aus. Was nun?

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          Als Benjamin Netanjahu vergangenes Jahr zum ersten Verhandlungstag seines Korruptionsprozesses im Jerusalemer Bezirksgericht erschien, hatte er nicht nur die Hälfte der Minister seiner Likud-Partei, sondern auch ein regierungsoffizielles Rednerpult mitgebracht. Aus dem Gerichtsgebäude heraus rief Netanjahu die Israelis dazu auf, der Justiz, der Polizei, der Linken und den Medien („diese Gang“) zu misstrauen, die seiner Ansicht nach einen „politischen Putsch gegen mich und den Willen des Volkes“ geplant hätten.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Nicht er allein verantworte sich wegen seiner mutmaßlich korrupten Verfehlungen vor dem Richter, sondern „das gesamte rechte Lager steht vor Gericht“, sagte Netanjahu, der einem Teil der Anklageschrift darüber hinaus ein „sowjetisches Aroma“ unterstellte. Dass er den Generalstaatsanwalt und wesentliche Beamte im Justizwesen einst selbst ernannt hatte, ward vergessen. Sie stehen heute unter Polizeischutz. Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten seine wütenden, allerdings nicht gewalttätigen Anhänger. Anwesenden Reportern berichteten sie von Facebook-Einträgen, auf denen eine angeblich in den Medien verheimlichte „Wahrheit“ zu lesen sei: So gebe es eine mafiöse Verschwörung gegen ihr Idol, den Ministerpräsidenten.

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