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Vor der somalischen Küste : Neue Nato-Mission gegen Piraterie

  • Aktualisiert am

Einsatz gegen Praterie: Deutsche Soldaten im Schnellboot vor Dschibuti Bild: AP

Der Westen führt seine Militäreinsätze gegen die Piraterie vor der somalischen Küste fort. Während die EU eine Verlängerung ihrer Mission „Atalanta“ vorbereitete, beschlossen die Verteidigungsminister der Nato die Einsetzung einer neuen Mission „Ocean Shield“.

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          Der Westen führt seine Militäreinsätze gegen die Piraterie vor der somalischen Küste fort. Während die EU eine Verlängerung ihrer Mission „Atalanta“ vorbereitete, beschlossen die Verteidigungsminister der Nato am Freitag die Einsetzung einer neuen Mission „Ocean Shield“. Sie soll von Juli an die derzeit laufende Operation des Bündnisses ersetzen. Wie lange die neue Nato-Mission dauern würde, war zunächst unklar. Ein Sprecher sagte, sie werde aber sicher mehrere Monate umfassen.

          Verteidigungsminister Jung äußerte vor der Presse, dass sich auch Deutschland mit einer Fregatte an dem Einsatz beteiligen werde. Diplomaten wiesen allerdings darauf hin, dass dies mangels Bundestagsmandats bisher nicht vorgesehen war. Die neue Nato-Operation soll mit Kriegsschiffen aus dem „Ständigen Maritimen Einsatzverband II“ der Nato bestückt werden, der derzeit noch den Auftrag hat, die Kooperation mit Mittelmeeranrainern zu pflegen. Die Fregatte „Karlsruhe“ sollte im August zu diesem Verband hinzustoßen. Sollte er dann ausschließlich zur Pirateriebekämpfung herangezogen werden, so werde die „Karlsruhe“ nach bisheriger Planung der EU-Mission „Atalanta“ unterstellt, sagten Diplomaten. Denn für „Atalanta“ gebe es bereits ein Bundestagsmandat, das die Entsendung von bis zu 1400 weiteren Soldaten gestatte.

          Die EU-Mission, an der Deutschland im Augenblick mit zwei Fregatten, einem Versorger und einem Seefernaufklärer beteiligt ist, soll am Montag von den Außenministern der EU in Luxemburg bis Dezember 2010 verlängert werden. Die Bundesregierung will sich weiter beteiligen, der Bundestag müsste allerdings das Mandat verlängern. In der EU gilt der seit sechs Monaten laufende Einsatz als erfolgreich, weil sämtliche eskortierten Hilfsschiffe sicher ihr Ziel in Somalia erreicht haben; der Schutz von Schiffen des Welternährungsprogramms ist der Hauptauftrag der „Atalanta“-Mission. Seit Beginn des Jahres kam es im Golf von Aden, der im Jahr von 20 000 Schiffen durchfahren wird, und den anderen Gewässern vor Somalia zu 144 Übergriffen von Piraten. Das waren mehr als im gesamten Jahr 2008. 27 Schiffe wurden gekapert, 500 Seeleute als Geiseln genommen.

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