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Vor der Ostküste Afrikas : Piraten geben Tanker frei und kapern weiteres deutsches Schiff

  • Aktualisiert am

Nach Erhalt eines Millionen-Lösegelds haben somalische Piraten den deutschen Chemietanker «Marida Marguerite» wieder freigeben Bild: dpa (Archivfotp

Nachdem somalische Piraten nach Erhalt eines Millionen-Lösegeldes den deutschen Chemietanker „Marida Marguerite“ freigegeben hatten, wurde vor der Ostküste Afrikas ein weiteres Schiff einer deutschen Reederei gekapert.

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          Somalische Piraten haben abermals einen deutschen Frachter gekapert. Wie das EU-Anti-Piratenprogramm EU NAVFOR am Dienstag mitteilte, ging die „EMS River“ mit acht Seeleuten einem Rumänen und sieben Philippinen) an Bord den Piraten am Vortag auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Griechenland in die Fänge.

          Kurz zuvor hatten somalische Piraten einer Seefahrervereinigung zufolge nach Erhalt von Lösegeld einen deutschen Tanker freigegeben. Alle 22 Besatzungsmitglieder der „Marida Marguerite“ seien offenbar unverletzt, sagte ein Sprecher der Ostafrikanischen Seefahrer-Hilfsorganisation am Dienstag. Die Piraten haben nach eigenen Angaben 5,5 Millionen Dollar Lösegeld erhalten. Das Geld sei am Montagmorgen per Fallschirm abgeworfen worden. Das Schiff wurde demnach am Montag freigegeben und befindet sich jetzt in Sicherheit.

          Fast acht Monate waren die Seeleute in der Gewalt der Piraten, die den Chemie-Tanker Anfang Mai vor der Küste Omans mit Waffengewalt gekapert hatten. An Bord waren 19 Inder, zwei Bangladescher und ein Ukrainer. Das Schiff gehört den Angaben zufolge einer deutschen Reederei und fährt unter der Flagge der Marshall Inseln.

          Kampf gegen Piraterie : Wie können sich die Seeleute schützen?

          Die Reederei Shipcare im niedersächsischen Haren erklärte auf Anfrage, mit der Angelegenheit betraut zu sein. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt würden aber keine Auskünfte gegeben, sagte Stefan Nietsche von Shipcare. Somalische Seeräuber machen die Gewässer vor der Ostküste Afrikas seit Jahren unsicher. Zahlreiche Schiffe wurden gekidnappt und die Besatzungen teils erst gegen hohe Lösegeldzahlungen wieder freigelassen. Daran konnte auch ein internationaler Marine-Einsatz, an dem sich auch Deutschland beteiligt, bisher kaum etwas ändern.

          Nach Angaben der EU-Mission befinden sich nun 26 Schiffe und 609 Menschen in der Gewalt von Piraten vor der Küste Somalias.

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