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Wahl im Kosovo : Trumps balkanische Hinterlassenschaft

Der frühere Ministerpräsident des Kosovos am 9. Februar auf einer Wahlkampfveranstaltung in der Stadt Theranda Bild: EPA

Von dem Deal, mit dem Donald Trump sich als Friedensstifter zwischen Serbien und Kosovo inszenieren wollte, ist fast nichts mehr übrig. Und der Mann, den Trump im Kosovo stürzen ließ, steht vor einer triumphalen Rückkehr.

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          Im Rückblick hat die Präsidentschaft Donald Trumps dem Kosovo zumindest in einem Fall genutzt: Am 1. Februar haben Israel und das Kosovo diplomatische Beziehungen aufgenommen, womit laut Zählung Prishtinas nunmehr 117 Staaten die 2008 proklamierte kosovarische Unabhängigkeit anerkannt haben. Eingefädelt wurde die Annäherung noch von Trump und seinem Balkanbeauftragten Richard Grenell.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Sie ist das einzige greifbare Resultat eines seltsamen Gipfels im Weißen Haus im September 2020, zu dem Trump die Führungen Serbiens und des Kosovos einbestellt hatte, um ihnen einen „historischen Deal“ zu oktroyieren. Daraus wurde nichts – mit Ausnahme der Vereinbarung offizieller kosovarisch-israelischer Beziehungen, die für das Kosovo indes einen Preis hat: Als Gegenleistung für Israels Anerkennung musste sich der jüngste Staat Europas dazu verpflichten, seine Botschaft in Jerusalem anzusiedeln. Das haben bisher nur die Vereinigten Staaten und Guatemala getan.

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