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Von Tiktok bis Taiwan : Würde Amerika Krieg mit China riskieren?

  • -Aktualisiert am

In Peking unerwünscht: Offizieller amerikanischer Besuch in Taiwan. Bild: EPA

Donald Trump sperrt Tiktok in Amerika. China reagiert mit Seemanövern auf die diplomatische Aufwertung Taiwans. Bleibt es bei Muskelspielen zwischen den Streithähnen?

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          Donald Trump sperrt die chinesische Videoplattform Tiktok in Amerika. China lässt in der Taiwan-Straße seine Marine aufmarschieren, weil ein ranghoher amerikanischer Diplomat Taiwan besucht. Amerika und China setzen die Politik gegenseitiger Nadelstiche und des Säbelrasselns munter fort.

          Der Rest der Welt schaut zu und muss hoffen, dass es bei Muskelspielen bleibt. Trumps Feldzug gegen China basiert in einzelnen Punkten auf durchaus guten Gründen. Nur weiß man bei ihm nicht, ob er den Gesamtkomplex amerikanisch-chinesischer Beziehungen auch nur annähernd überblickt.

          Die Aufwertung Taiwans ist zum Beispiel etwas, was in Peking als Angriff auf chinesische „Kerninteressen“ gesehen wird. Das muss man nicht gut finden, aber man muss es wissen. Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz. Nun sind juristische Fragen meist kompliziert. Aber eines ist sicher: Bestandteil der Volksrepublik China war Taiwan nie.

          Das mit dem Abtrünnigsein ist also so eine Sache. Natürlich darf sich Peking wünschen, auch Taiwan zu beherrschen. Aber so lange die Menschen in der demokratischen Inselrepublik die „Wiedervereinigung“ nicht wünschen, wäre zumindest ihr Selbstbestimmungsrecht verletzt, wenn Peking seine Drohung wahrmachte, die „Landsleute“ notfalls mit militärischer Gewalt „heim ins Reich“ zu holen. Das wird Peking im Zweifelsfall nicht hindern. Aber für Amerika stellt sich die Mutter aller Fragen: Würde es wegen Taiwan einen Krieg mit China riskieren?

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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