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Übersiedlung nach Nordkorea : Gefangen in der sozialistischen Hölle

Eizo Kawasaki Bild: Patrick Welter

Als junge Frau wanderte Eizo Kawasaki von Japan nach Nordkorea aus, ins Land ihrer Vorfahren. Wie Zehntausenden anderen „Heimkehrern“ erging es ihr schlecht im Sozialismus der Kims. Erst nach 43 Jahren gelang ihr die Flucht.

          8 Min.

          „Steigt nicht aus, fahrt wieder zurück!“ Der Zuruf des Manns am Kai klang beschwörend und eindringlich. Doch für die rund 1000 Passagiere war es zu spät. „Manche weigerten sich, das Schiff zu verlassen“, sagt Eiko Kawasaki. Sie wurden irgendwohin verschleppt. Das war das Willkommen, das Nordkorea in den frühen Sechzigerjahren den Einwanderern im Hafen von Chongjin bot.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Kurz zuvor war die Stimmung an Bord noch hervorragend gewesen. Am Morgen des dritten Tages auf See hatten die Passagiere die Küste des verheißenen Landes gesichtet. Sie winkten mit Fahnen und riefen Bansai, einen japanischen Gruß, der „auf tausend Jahr“ bedeutet. Sie jubelten und tanzten. Sie sangen das Lied der Vaterlandsliebe und des Generals Kim Il-sung. „Doch als wir näherkamen, veränderten sich die Gesichter, und die Freude schwand“, erinnert sich die heute 78 Jahre alte Kawasaki.

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