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Bundeswehr im Irak : Von der Leyen zu Besuch in Bagdad

  • Aktualisiert am

Bespricht deutschen Einsatz: Ursula von der Leyen mit ihrem irakischen Gegenüber in Bagdad Bild: dpa

Der Terrormiliz „Islamischer Staat“ dürfe keine Rückkehr ermöglicht werden, sagt die Bundesverteidigungsministerin. Deshalb bespricht sie im Irak den dortigen Einsatz der deutschen Truppen.

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          Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat in der irakischen Hauptstadt Bagdad Gespräche über den laufenden Einsatz der Bundeswehr begonnen. Die CDU-Politikerin traf am Sonntag ihren Kollegen Irfan Al-Hayali, der zur kleineren sunnitischen Volksgruppe gehört.

          Vorher hatte sie bei einem Besuch beim deutschen Einsatzkontingent der internationalen Anti-IS-Koalition in Jordanien eine Fortsetzung des Kampfes gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gefordert. Es müsse verhindert werden, dass die militärisch geschlagenen Extremisten im Irak Rückzugsräume bildeten, sagte die CDU-Politikerin am Samstag.

          Von der Leyen wurde von Verteidigungspolitikern der Bundestagsfraktionen begleitet. Die Bundeswehr ist von Jordanien aus am Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak beteiligt. Das Bundestagsmandat dafür war erweitert worden, um Spezialisten der irakischen Armee auszubilden und die Regierung in Bagdad zu beraten. Es gilt bis 31. Oktober und steht dann zur Verlängerung an. Erklärtes Ziel ist eine Stabilisierung Iraks.

          „Der akute Kampf um das ehemals vom IS besetzte Territorium ist vorbei. Jetzt kommt es unter anderem darauf an, unter einem neuen Mandat den Wiederaufbau des Landes zu gestalten und zu schützen“, erklärte die Ministerin. „Deutschland ist bereit, dem Irak weiterhin zu helfen auf die Beine zu kommen. Deswegen bin ich hier.“

          Zunächst besuchte die Delegation die Bundeswehr in Jordanien. Dem deutschen Einsatzkontingent der Allianz gegen den IS gehören auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asrak im Osten Jordaniens etwa 290 Soldaten an. Es sind dort vier „Tornado“-Aufklärungsjets und ein Tankflugzeug im Einsatz. Auf die Frage eines Soldaten, ob es Überlegungen gebe, sich in Nahen Osten strategisch niederzulassen, sagte von der Leyen: „Ich will den Gedanken nicht ausschließen, so will ich es sagen.“

          Der Bundestag hatte nach den Terroranschlägen in Paris vom November 2015 beschlossen, Frankreich und die internationale Koalition gegen den IS militärisch zu unterstützen. Die Erweiterung des Mandats um die neuen Aufgaben im Irak war im März mit den Stimmen der großen Koalition beschlossen worden. Unterstützte die Bundeswehr zuvor vor allem die kurdischen Peschmerga im Nordirak mit Ausbildung und Waffen gegen den IS, werden nun unter dem Begriff „Fähigkeitsaufbau“ auch im Zentralirak Soldaten ausgebildet. Dazu hat am 11. August in einem Militärkomplex in Tadschi, nördlich von Bagdad, ein Pilotprojekt für die Ausbildung von Spezialisten zur ABC-Abwehr begonnen.

          Die Verteidigungspolitiker der Fraktionen verschaffen sich einen frischen Eindruck. Im März hatten 359 Abgeordnete für das Mandat gestimmt, 218 dagegen, 79 enthielten sich. Linke, Grüne und AfD waren dagegen, die FDP enthielt sich. Die Opposition befürchtete, die Bundeswehr könnte im Konflikt zwischen Kurden und irakischer Zentralregierung zwischen die Fronten geraten.

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