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EU-Erweiterung : Von der Leyens vergebliches Werben um die Mazedonier

Demonstranten protestieren am Donnerstag vor dem Parlament in Skopje Bild: AP

Der EU-Beitritt Nordmazedoniens und Albaniens steckt in einer Sackgasse. Die Kommissionschefin wollte in Skopje einen Ausweg weisen. Mit spärlichem Erfolg.

          3 Min.

          Der Aufruf von Olaf Scholz klang zuckersüß: „Wir wollen Sie, liebe Mazedonierinnen und Mazedonier, als Mitglied einer Union, in der Ihre und unsere kulturellen Eigenheiten, unsere verschiedenen Sprachen und unsere Identitäten erhalten und gepflegt werden.“ Der Kanzler teilte weiter mit: „Wir wollen Nordmazedonien als EU-Mitglied! Ihr Land steht erneut vor einer wichtigen Weichenstellung: Wollen Sie dem europäischen Kompromiss zustimmen?“

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Um diesen vermeintlichen „europäischen Kompromiss“ dreht sich seit Tagen alles in Nordmazedonien, nicht nur in der über die deutsche Botschaft in Skopje verbreiteten Ansprache des Kanzlers an die Mazedonierinnen und Mazedonier. In der vergangenen Woche kam es sogar mehrere Nächte hintereinander zu teilweise gewaltsamen Protesten in der Hauptstadt – weil das, was Scholz und andere als Kompromiss bezeichnen, in Mazedonien parteiübergreifend von vielen Menschen eher als Ultimatum oder Versuch eines Diktats empfunden wird. Von Nordmazedonien, so die vorherrschende Lesart in Skopje, werde verlangt, sich einem bilateralen bulgarisch-mazedonischen Protokoll zu beugen, das Sofia zum alleinigen Richterin über mögliche EU-Beitrittsverhandlungen macht.

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