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„Mascherl“, „Gatsch“ und „Bim“ : Diese feschen Vokabeln sollten Österreich-Versteher kennen

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Am Sonntag geht es in Wien ums Würschtl. Bild: dpa

Österreich wählt und Europa schaut zu. Doch wer wirklich mitreden will, muss ein paar Eigenheiten des bergigen Nachbarlandes kennen.

          Gatsch: Der Wahlkampf war von Schmutzkampagnen – in Österreich Schmutzkübel-Kampagnen genannt – überschattet. Matsch und Schlamm wird in der Alpenrepublik auch gerne als Gatsch bezeichnet. Private Mails oder SMS-Chats spielten bei der Enthüllung der Schmutzkampagne eine wichtige Rolle. Die Lehre: „Jedes Schriftl is a Giftl.“

          Heuer: Die sprachliche Bezeichnung für „in diesem Jahr“ versteht in Berlin wohl niemand. Viele Wähler fragen sich in der Alpenrepublik jedenfalls, ob heuer noch eine Regierung stehen wird.

          Angelobung: Die Vereidigung des Regierungschefs und seiner neuen Minister nennt man Angelobung. Diese könnte – wenn’s mit der Regierungsbildung lange dauert – im Jänner, dem deutschen Januar, stattfinden.

          Landeshauptmann: Die mächtigen Ministerpräsidenten der neun Bundesländer werden in Österreich Landeshauptmänner genannt. Die österreichweit erste Landesmutter, Waltraud Klasnic aus der Steiermark, ließ sich als „Frau Landeshauptmann“ ansprechen.

          Klub: Die Fraktionen im Wiener Parlament werden Klubs genannt.

          Mascherl: Der ehemalige konservative Bundeskanzler Wolfgang Schüssel war bekannt für seine Mascherl, die Fliegen, als Alternative für die sonst üblichen Krawatten.

          Jus: Der Chef der Konservativen, Außenminister Sebastian Kurz, hat sein Jura-Studium, in Österreich als Jus-Studium bezeichnet, für seine Polit-Pläne auf Eis gelegt. Die Matura, das deutsche Abitur, hat er aber natürlich absolviert.

          Aussendungen: Journalisten arbeiten nicht wie in Deutschland mit Pressemitteilungen, sondern mit Aussendungen von Parteien oder PR-Agenturen.

          Bim: Den Weg ins Wahllokal treten in Wien und Graz viele mit der Bim, der Straßenbahn, an.

          Gehsteig und Hundstrümmerl: Die letzten Schritte bis zur Wahlurne werden auf dem Gehsteig, also auf dem Gehweg, zurückgelegt. Dort sollte man darauf achten, nicht in ein Hundstrümmerl, das ist Hundekot, zu steigen. Die Wiener Müllabfuhr wirbt mit dem Slogan „Nimm ein Sackerl für mein Gackerl“ für die Entsorgung der tierischen Hinterlassenschaften mit dünnen Tüten durch die Hundebesitzer.

          „Bist Du deppert!“: Ein Ausdruck des Erstaunens – positiv wie negativ –, der nach Veröffentlichung der ersten Prognosen ausgestoßen werden könnte. Danach folgt oft ausgiebiges Raunzen, zu deutsch: Meckern.

          Buben und Mäderln: Jungen und Mädchen dürfen in Österreich ab 16 Jahren wählen.

          Fleischlaiberl, Erdäpfel und Fisolen: Bei einem traditionellen Mittagessen nach dem Urnengang liegen in Wien keine Frikadellen, sondern Fleischlaiberl auf dem Teller. Als Beilage können Erdäpfel und Fisolen, in Deutschland Kartoffeln und grüne Bohnen genannt, gereicht werden. Als Vorspeise gibt es die beliebte Frittatensuppe, eine Fleischbrühe mit geschnittenen Pfannkuchenstreifen als Einlage. Zur Nachspeise darf es gerne eine Melange (ein Milchkaffee) sein, eventuell mit einer Tschick (Zigarette).

          Einen Fetzen haben: Wer nach dem Wahlergebnis zu tief ins Bierkrügerl sieht, kommt betrunken und umgangssprachlich mit einem Fetzen wieder nach Hause. Bei einem Schüler kann der Ausdruck auch eine Fünf im Zeugnis, die schlechteste Note, bedeuten.

          Baba: Wenn in Deutschland Tschüss gesagt wird, verabschiedet sich der Österreicher gerne mit einem weich ausgesprochenen „Baba“ aus der Runde.

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