https://www.faz.net/-gpf-82681

Völkermord an Armeniern : Erdogan: Der Papst redet Unsinn

  • Aktualisiert am

Sieht in den Äußerungen von Papst Franziskus Geschichtsfälschung: Recep Tayyip Erdogan Bild: dpa

Franziskus’ Rede vom „Völkermord“ an den Armeniern hat nun auch den türkischen Präsidenten auf den Plan gerufen. Erdogan „warnt und rügt“ den Papst für seine Aussage. Und auch mit Deutschland droht ein Konflikt.

          1 Min.

          Vor dem 100. Jahrestag des Beginns der Gräueltaten an den Armeniern im Osmanischen Reich eskaliert der Streit über die Bezeichnung der Massaker als „Völkermord“. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warnte Papst Franziskus davor, die Ereignisse im Ersten Weltkrieg ein weiteres Mal als Genozid zu bezeichnen.

          Papst Franziskus hatte die Gräueltaten an den Armeniern in einer Messe am Sonntag als „ersten Völkermord im 20. Jahrhundert“ bezeichnet. „Ich möchte ihn dafür rügen und warnen“, sagte Erdogan nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag in Ankara. „Der geehrte Papst wird diese Art von Fehler höchstwahrscheinlich nicht wieder begehen.“ Erdogan fügte hinzu: „Wenn Politiker und Geistliche die Arbeit von Historikern übernehmen, dann kommt dabei nicht die Wahrheit, sondern so wie heute Unsinn heraus.“

          Die Türkei lehnt es als Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs strikt ab, von Genozid zu sprechen. Den Gräueltaten waren nach armenischen Angaben 1,5 Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Die Türkei geht von deutlich weniger Toten aus. Armenier gedenken am 24. April der Massaker an ihrem Volk vor 100 Jahren.

          Auch zwischen Deutschland und der Türkei droht Streit. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz teilten mit, die christlichen Kirchen in Deutschland wollten zusammen mit Bundespräsident Joachim Gauck an die Gräueltaten an Armeniern vor 100 Jahren erinnern. Offiziell laden die Kirchen zu einem Gottesdienst zur Erinnerung an den „Völkermord an Armeniern, Aramäern und Pontos-Griechen“ im Osmanischen Reich ein. An diesem Mittwoch stimmt das EU-Parlament über eine Resolution ab, die dazu aufruft, sich „dem Gedenken an den 100. Jahrestag des Völkermords an den Armeniern“ anzuschließen.

          Weitere Themen

          „Laschet wirkte gar nicht mal so zerknirscht“ Video-Seite öffnen

          Stimmung bei der CDU : „Laschet wirkte gar nicht mal so zerknirscht“

          Trotz des schlechten Ergebnisses der Union wirkte Armin Laschet bei seinem Auftritt im Konrad-Adenauer-Haus entschlossen, eine Koalition zu bilden. Der Leiter des F.A.Z.-Hauptstadtbüros, Eckart Lohse, berichtet über den Abend in der Parteizentrale der CDU.

          Topmeldungen

          Armin Laschet sitzt im Studio für die „Elefantenrunde“ nach der Bundestagswahl.

          TV-Kritik: Bundestagswahl : Ein desillusionierender Fernsehabend

          Zunächst waren die Demoskopen die einzigen Wahlsieger. Wer noch dazu gehören wird, das hängt von der Kooperationsbereitschaft der FDP und der Grünen ab. Sie bestimmen, wer Bundeskanzler wird. Armin Laschets Schwäche könnte seine Chance sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.