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Ungarn im Notstand : Was ist dran an Orbáns „Corona-Diktatur“?

Verwaiste Hauptstadt: Militärpolizisten auf dem Heldenplatz in Budapest Bild: Reuters

Nutzt der ungarische Ministerpräsident die im Kampf gegen Corona erlassenen Dekrete zu seinem Vorteil? Zumindest kann Orbán mit ihnen offenbar ein paar lästige Angelegenheiten loswerden.

          5 Min.

          Ungarn, das ausweislich der offiziellen Zahlen bislang glimpflich in der Corona-Pandemie davongekommen ist, richtet sich auf eine erhebliche Vermehrung der Krankheitsfälle ein. Die Regierung in Budapest hat jetzt angeordnet, dass die Krankenhäuser des Landes sechzig Prozent ihrer Betten freimachen sollen, um Platz für künftige Covid-19-Patienten zu schaffen. Zusätzliche Kapazitäten werden aus dem Boden gestampft. Im südungarischen Kiskunhalas wurde zu Wochenbeginn ein Epidemiehospital für 150 Erkrankte eingeweiht, Kommunikations-Staatssekretär Zoltán Kovács sprach von einer „Meisterleistung der Ingenieurkunst“.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Michaela Seiser

          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Am Mittwoch befanden sich 825 Covid-19-Erkrankte in den ungarischen Krankenhäusern, rund 2200 Corona-Infizierte wurden bislang registriert, 225 Personen sind an der Viruserkrankung gestorben. Anfang Mai will der national-konservative Ministerpräsident Viktor Orbán seinen, wie er dieser Tage sagte, „nüchternen, seriösen Plan“ bekanntgeben, die die Restriktionen im öffentlichen Leben nach und nach zurückfahren. Die Anordnung für die Krankenhäuser war eines jener Dekrete, die die Regierung Orbán kraft ihrer Sondervollmachten erlassen hat.

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