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Vierter Test in einer Woche : Nordkorea feuert zwei ballistische Raketen ab

  • Aktualisiert am

Bilder des nordkoreanischen Raketenstarts werden am Samstag in Südkoreas Hauptstadt Seoul gezeigt. Bild: AP

Die zwei Kurzstreckenraketen sind ins Meer zwischen Nordkorea und Japan gefallen. Die Vereinigten Staaten sehen keine „unmittelbare Bedrohung“.

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          Nordkorea hat am Samstag zwei ballistische Kurzstreckenraketen auf das Meer vor der Ostküste abgefeuert. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs war dies der vierte Start innerhalb einer Woche. Die beiden Kurzstreckenraketen wurden nördlich der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang gestartet, teilte der südkoreanische Generalstab in einer Erklärung mit. Auch die japanische Küstenwache meldete mindestens zwei mutmaßliche ballistische Raketentests. Die Geschosse seien 359 beziehungsweise 400 Kilometer weit geflogen, sagte der japanische Verteidigungsminister Toshiro Ino.

          Der Raketenstart erfolgte, nachdem die Seestreitkräfte Südkoreas, der Vereinigten Staaten und Japans am Freitag erstmals seit fünf Jahren trilaterale Übungen zur U-Boot-Bekämpfung abgehalten hatten, an denen auch der amerikanische Flugzeugträger USS Ronald Reagan teilgenommen hatte. Es war die erste Entsendung eines Flugzeugträgers nach Südkorea seit fast vier Jahren.

          Es handelte sich bereits um den vierten Raketenabschuss in dieser Woche. Zuletzt hatte Nordkorea am Donnerstag nur wenige Stunden nach der Abreise der amerikanische Vizepräsidentin Kamala Harris aus Südkorea einen Test mit zwei ballistischen Raketen unternommen. Harris kritisierte Nordkorea während ihres Besuchs an der innerkoreanischen Grenze mit ungewöhnlich deutlichen Worten als „brutale Diktatur mit grassierenden Menschenrechtsverletzungen und einem rechtswidrigen Waffenprogramm, das den Frieden und die Stabilität bedroht“.

          Das amerikanische Indopazifische Kommando des teilte am Samstag in einer Stellungnahme mit, dass die Raketentests „keine unmittelbare Bedrohung“ für die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten darstellten, allerdings die „destabilisierende Wirkung der rechtswidrigen“ Raketenprogramme Nordkoreas unterstrichen.

          Die Spannungen in der Region haben nach einer Reihe von Tests mit atomwaffenfähigen Raketen durch Nordkorea in diesem Jahr deutlich zugenommen. Zudem soll das Land Berichten zufolge den Abschuss einer ballistischen U-Boot-Rakete sowie möglicherweise auch seinen ersten Atomtest seit 2017 vorbereiten.

          Nordkorea unterliegt seit 2006 UN-Sanktionen, die der Sicherheitsrat im Laufe der Jahre stetig und einstimmig verschärft hat. So soll Nordkorea an der Finanzierung seines Atomwaffen- und Raketenprogramms gehindert werden. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un lässt sich jedoch nicht von seinem Kurs abbringen, da er sein Land von den Vereinigten Staaten bedroht sieht. Erst kürzlich verabschiedete Nordkorea ein neues Atomwaffengesetz, das das Recht auf einen nuklearen Erstschlag zur Selbstverteidigung vorsieht. Der Status als Atommacht wurde darin als „unumkehrbar“ verankert.

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