https://www.faz.net/-gpf-9l6a6

Einsatz von Sicherheitskräften : Viele Tote und Verletzte bei Gewalt in Afghanistan

  • Aktualisiert am

Afghanische Sicherheitskräfte im Einsatz Bild: dpa

In vielen Teilen Afghanistans sind in den vergangenen Tagen Menschen bei Kämpfen ums Leben gekommen. Ein besonders tragischer Fall ereignete sich in der Provinz Kundus.

          1 Min.

          Im Norden Afghanistans sind Behörden zufolge mindestens 13 Mitglieder einer Familie bei einem Einsatz afghanischer und internationaler Streitkräfte getötet worden. Zum Hintergrund des Militärschlags in der Provinz Kundus machten afghanische Behörden am Samstag keine Angaben. Zwei weitere Zivilisten seien bei dem Einsatz in den Ausläufern der gleichnamigen Provinzhauptstadt verletzt worden, sagte der Provinzrat Amruddin Wali. Behörden zufolge gehen die Streitkräfte derzeit verstärkt mit Unterstützung von Luftstreitkräften gegen die radikalislamischen Taliban vor, die in und um die Stadt Kundus herum Boden gutgemacht haben.

          Auch in anderen Teilen Afghanistans fielen wieder Menschen der Gewalt zum Opfer. In der südlichen Provinz Kandahar wurde beispielsweise ein afghanischer Parlamentarier von Unbekannten getötet worden, sagte ein Sprecher des Provinzgouverneurs am Samstag. Die Taliban bestritten, dass sie etwas mit der Tat zu tun hätten.

          Einen Doppelanschlag in der Südprovinz Helmand reklamierten sie allerdings am Samstag für sich. Zwei Explosionen bei Feierlichkeiten zum nationalen Bauerntag in einem Stadion töteten laut Innenministerium drei Menschen und verletzten 31 weitere. Die Attacke habe mehrere ranghohe Beamte, den Provinzgouverneur und seinen Stellvertreter getroffen, gaben die Islamisten in einer Stellungnahme an. Vonseiten der Provinzregierung hieß es hingegen, der Gouverneur sei sicher entkommen, sein Stellvertreter und andere Beamte seien leicht verletzt worden.

          Laut einem Bericht der UN-Mission Unama starben 2018 in Afghanistan mit 3804 Menschen so viele Zivilisten wie noch nie seit der Aufzeichnung 2009. Mehr als 500 Menschen kamen durch Luftschläge der internationalen und afghanischen Luftstreitkräfte ums Leben - ebenfalls mehr als in allen Vorjahren. Die Taliban verüben regelmäßig Anschläge auf Militärposten und Regierungsstellen. Aber auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist im Land aktiv.

          Weitere Themen

          Ausschreitungen in Hongkong gehen weiter Video-Seite öffnen

          Brandsätze und Tränengas : Ausschreitungen in Hongkong gehen weiter

          Tausende Demokratie-Aktivisten hatten sich einem nicht genehmigten Protestmarsch durch den Stadtteil Kowloon angeschlossen. Dabei kam es auch zu Brandanschlägen auf eine Polizeistation. Die Ordnungshüter setzte ihrerseits Tränengas.

          Topmeldungen

          Johnson und der Brexit : Drei Briefe und ein einziges Ziel

          Boris Johnson will weiter versuchen, das Brexit-Abkommen bis Ende des Monats zu ratifizieren. Schon am Montag könnte die Regierung in London eine neue Abstimmung über den Brexit-Vertrag ansetzen – wenn John Bercow das zulässt.
          Kurdisches Fahnenmeer: Demonstranten am Samstag in Köln

          Türken-Kurden-Konflikt : Kurz vor der Explosion

          Der Krieg in Nordsyrien führt auch in Deutschland zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen türkischen und kurdischen Migranten. Das könnte erst der Anfang sein.
          Mit Arte in Oslo: Carola Rackete.

          Carola Rackete bei Arte : Ein ganz persönlicher Kulturschock

          In der Arte-Reihe „Durch die Nacht mit ...“ treffen die Aktivistin Carola Rackete und die norwegische Schriftstellerin Maja Lunde aufeinander. Man meint, sie hätten einander viel zu sagen. Es kommt anders.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.