https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/viele-tote-anschlaege-in-afghanistan-trotz-waffenruhe-17334590.html

Viele Tote im Süden : Anschläge in Afghanistan trotz Waffenruhe

  • Aktualisiert am

Ein Mann neben einem bei einen Anschlag zerstören Fahrzeug neben der Luftwaffenbasis Bagram bei Kabul am 3. Mai 2021 Bild: AP

Ungeachtet einer von den Taliban ausgerufenen Feuerpause, anlässlich des islamischen Fastenbrechens, sterben in der Provinz Sabul wieder Menschen durch neue Gewalt.

          1 Min.

          Im Süden Afghanistans sind bei einem Bombenanschlag auf einen Bus mindestens elf Menschen getötet worden. Dutzende seien verletzt worden, teilten die Behörden am Montag mit. Das Attentat habe sich bereits am Sonntagabend ereignet. Zu dem Anschlag in der Provinz Sabul habe sich bislang niemand bekannt, erklärte die dortige Regierung. Zudem wurden laut Innenministerium in Kabul am Montagmorgen bei einem Anschlag auf einen Minibus in der Provinz Parwan nördlich der Hauptstadt zwei Menschen getötet und neun verletzt. Die Attentate sind die bislang letzten in einer ganzen Reihe, die den Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan begleiten. In dem Land werden Anschläge nicht nur den radikal-islamischen Taliban, sondern auch der Miliz „Islamischer Staat“ zugeschrieben. Die Taliban hatten am Sonntag anlässlich des Festes zum Ende des Fastenmonats Ramadan eine Feuerpause angekündigt.

          Bei dem Anschlag in Sabul wurden nach Angaben des Innenministeriums mindestens 28 Menschen verletzt, darunter Frauen und Kinder. Erst am Samstag starben mindestens 68 Menschen bei einem Anschlag auf eine Schule in Kabul. Die meisten von ihnen waren Schülerinnen. Mehr als 165 Menschen wurden verletzt. Während die afghanische Regierung die Taliban dafür verantwortlich machte, wiesen diese den Vorwurf zurück.

          Seit die USA vor einigen Wochen ihren Truppenabzug bis 11. September angekündigt haben, hat die Gewalt in Afghanistan deutlich zugenommen. Die US-Soldaten verlassen das Land zwanzig Jahre nach den Anschlägen von Al Qaida in den USA, wegen denen der frühere US-Präsident George W. Bush die Intervention in Afghanistan befohlen hatte.

          Ein Sprecher der Taliban teilte auf Twitter mit, die angekündigte Feuerpause werde drei Tage dauern. Die Bürger sollten das Fest Eid al-Fitr, mit dem das Fastenbrechen zum Ende des Ramadans begangen wird, friedlich und sicher feiern können. Eid al-Fitr beginnt am Mittwoch oder Donnerstag dieser Woche – je nachdem, wann der Mond nach Ende des Neumondes gesichtet wird. Im Türkischen wird das Fest „Zuckerfest“ genannt. 

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.