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Schottische Unabhängigkeit : Ein gescheitertes Königreich?

Der frühere britische Premierminister Gordon Brown im September 2014, wenige Tage vor dem Referendum, im schottischen Clydebank Bild: Reuters

Der frühere britische Premierminister Gordon Brown schlägt Alarm: Die Pandemie hat den Unabhängigkeitsdrang vieler Schotten nicht gebremst. Es drohe das Ende des Vereinigten Königreichs.

          3 Min.

          Schon als die Schotten im September 2014 über die Unabhängigkeit abstimmten, stand Gordon Brown auf den Barrikaden. Der frühere Premierminister, selbst ein Schotte, warb leidenschaftlich für den Zusammenhalt der Union – und gehörte am Ende zu den Siegern. Jetzt mischt er sich wieder ein und schlägt Alarm. In einem Artikel für den „Sunday Telegraph“ sah er am Sonntag nur noch zwei Wege für das Königreich: den zu einem „reformierten Staat“ oder den zu einem „gescheiterten Staat“.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Besorgt nahm Brown Bezug auf eine Umfrage, die in allen britischen Nationen breites Unbehagen mit London widerspiegelt. In Nordirland spricht sich mittlerweile eine Mehrheit für ein Referendum in den kommenden fünf Jahren aus, um über die Wiedervereinigung mit Irland zu befinden. Dürften die Nordiren heute entscheiden, würde es wohl knapp beim Status quo bleiben. Aber das Lager der Nationalisten wächst, auch durch die negativen Folgen des Brexits, und schon in wenigen Jahren könnte es die Mehrheit haben. Auch in Wales, wo separatistische Neigungen traditionell am schwächsten sind, nimmt die Lust auf Eigenständigkeit zu. Nur noch 23 Prozent sprechen sich klar für die Union aus. Schon 31 Prozent der Waliser wünschen sich ein Referendum.

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