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Spanien vor der Wahl : Die Rente interessiert sie nicht

„Gegengift zur Wahlenthaltung“: Iñigo Errejón, Mitbegründer der Partei „Más País“, während eines Wahlkampfauftritts am 25. September in Madrid Bild: AFP

Viele junge Spanier fühlen sich von den großen Parteien nicht vertreten. Sie fordern bezahlbare Wohnungen und mehr Klimaschutz – und finden damit kaum Gehör.

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          Die Augen von Claudia de Mesa leuchten, wenn sie von ihrem „Projekt“ spricht. „Es begeistert mich und macht mir Spaß“, sagt die 21 Jahre alte Studentin aus Torrejón de Ardoz. Ihre politische Feuertaufe liegt erst wenige Tage zurück. In der ersten Wahldebatte trat sie gegen fünf andere Kandidaten an. Seitdem verteilt sie an ihrer Universität in Madrid Flugblätter und hängt Plakate für „Más País“ auf. So heißt die neue Partei, für die Claudia de Mesa am Sonntag für das spanische Parlament kandidiert. „Iñigo Errejón ist moderat. Er will mit Más País alle Spanier erreichen, nicht nur die Linken. In Spanien brauchen wir ein Projekt, das die Grenzen zwischen den Rechten und den Linken bricht“, sagt die angehende Politikwissenschaftlerin, die noch zuhause bei ihren Eltern wohnt.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Erst im September brach Iñigo Errejón endgültig mit der linksalternativen Podemos-Partei, die er einst mitgegründet hat. „Más País“ heißt seine eigene Partei: „Mehr Land“ tritt an, um das „Gegengift zur Wahlenthaltung zu sein“ und will Spanien aus seiner politischen Blockade befreien. Das sind ungewohnte Töne in der spanischen Politik: Statt die Konfrontation zu suchen, ruft Errejon besonders die Linke dazu auf, ihre Kräfte zu bündeln, statt sich weiter zu streiten – auch wenn das schmerzhafte Kompromisse bedeutet.

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