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Leonid Ostaltsew kämpfte in der Ostukraine gegen russische Separatisten. Nun hat er ein neues Leben angefangen – ohne den Krieg zu vergessen. Bild: Privat

Veteranen in der Ukraine : Vom Maschinengewehrschützen zum Pizzabäcker

Sechs Jahre nach dem russischen Überfall auf die Ukraine ist das Land voll von traumatisierten Veteranen. Die Politik kümmert das nur wenig. Doch ein Veteran hat sich eine Therapie ausgedacht: Tomaten, Mozzarella und Speck.

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          Leonid Ostaltsew ist aus dem Krieg zurück, aber um den rechten Oberarm trägt er immer noch einen Munitionsgurt. Zehn Schuss, eintätowiert auf Lebenszeit. Als er vor fünf Jahren in einen Bus Richtung Ostukraine stieg, war seine Haut noch blank. Auch die sieben Kreuze fehlten da noch, jedes für einen toten Kameraden. Ostaltsew war 27 Jahre alt und zog in den Krieg, freiwillig. Seine Freundin war bereit, zu warten, sein Vater unterstützte ihn, und die Mutter wusste erst einmal nichts. Er wollte ihre Fragen nicht ständig hören: Wo bist du, Sohn? Wie geht es dir?

          Sofia Dreisbach

          Redakteurin in der Politik.

          Wenn dich einer schlägt, findet Ostaltsew, kannst du ihn nicht um Gnade bitten. Du musst dich verteidigen. Im Jahr 2014, während der Revolution auf dem Kiewer „Majdan“, kamen mehr als hundert Menschen ums Leben. Viele wurden von Scharfschützen des damaligen Regimes erschossen, das die Ukraine auf Moskau orientieren wollte. Das Gegenteil passierte. Präsident Viktor Janukowitsch verlor die Kontrolle und floh nach Russland. Bald darauf besetzte Putin die Krim, und im Osten der Ukraine erhoben sich von Russland unterstützte Separatisten gegen die schlecht ausgerüsteten Soldaten und Freiwilligen der ukrainischen Seite.

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