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20 Jahre Lagerhaft in Russland : Der Schrei des Oleg Senzow

Der ukrainische Regisseur Oleg Senzow wird in Rostow am Don zu 20 Jahren Lagerhaft wegen Terrorismus verurteilt. Bild: AP

Der in Russland inhaftierte Regisseur aus der Ukraine ist seit Wochen im Hungerstreik. Bewirkt internationaler Druck auf Moskau Senzows Befreiung – oder wird er im Machtkampf zwischen Russland und Kiew zerrieben?

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          Ende voriger Woche demonstrierten Aktivisten in mehr als 80 Städten in 25 Ländern dafür, den ukrainischen Regisseur Oleg Senzow aus russischer Lagerhaft freizulassen. Von Kanada bis Australien, in Italien und Israel, in der Ukraine und auch in Deutschland. Sie hielten die blaugelbe Landesfahne der Ukraine hoch, Schilder, auf denen „Künstler sind keine Terroristen“ oder „Freiheit für die Geiseln des Kreml“ stand. Auch in Russland gab es Aktionen, wiewohl landestypisch gedämpft: In Sankt Petersburg wurden zwei Unterstützer Senzows wegen Verstößen gegen das Versammlungsrecht abgeführt, in Moskau kamen zwei Dutzend Solidarisierer zusammen, ohne Plazet der Behörden; womöglich bewahrte die Präsenz ausländischer Journalisten sie vor der Festnahme.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Ziel der Aktion war es, die Forderung, Senzow und alle anderen ukrainischen politischen Gefangenen in russischer Gewalt freizulassen, auf die Tagesordnung des am Donnerstag in Kanada beginnenden G-7-Treffens zu setzen. Außerdem soll vor der Ende kommender Woche beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft in Russland Druck auf die Moskauer Führung aufgebaut werden. Denn öffentlicher, internationaler Druck ist die letzte Hoffnung für die politischen Faustpfände im Ringen Russlands mit der Ukraine.

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