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Verurteilte Journalistinnen : Petitionen an Pjöngjanng

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Solidaritätsbekundungen im südkoreanischen Seoul für die Freilassung der beiden amerikanischen Journalistinnen Bild: dpa

Die Angehörigen der zu je zwölf Jahren Zwangsarbeit verurteilten amerikanischen Journalistinnen bitten das Regime in Pjöngjang um Gnade. Die amerikanische Außenministerin Clinton will indes den Fall vom Atomstreit mit Nordkorea trennen.

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          Während die Angehörigen der in Nordkorea zu je zwölf Jahren Zwangsarbeit verurteilten amerikanischen Journalistinnen das Regime in Pjöngjang um einen Gnadenerlass für Euna Lee und Laura Ling bitten, bemüht sich die amerikanische Regierung, den Fall vom Streit mit Nordkorea über das Atomprogramm des kommunistischen Landes zu trennen.

          Der Fall der beiden Journalistinnen sei eine „humanitäre Angelegenheit“, sagte Außenministerin Hillary Clinton. Er müsse unabhängig von der Diskussion im UN-Sicherheitsrat über eine Reaktion auf Nordkoreas jüngste Atomtests im Mai behandelt werden: „Wir betrachten dies als getrennte Angelegenheiten“, sagte Frau Clinton und bat Pjöngjang ebenfalls um einen Gnadenerlass. Auch Präsident Barack Obama versuche „auf allen möglichen Wegen“, die Freilassung der Reporterinnen zu erwirken, sagte Frau Clinton. Sie warnte Pjöngjang davor, Lee und Ling als Faustpfand für politische Zugeständnisse zu missbrauchen.

          Die Familien der Frauen teilten am Dienstag in einer Erklärung mit, sie seien „schockiert und niedergeschmettert“ angesichts der harten Strafen: „Wir sind sehr besorgt um ihren Zustand und ihr Wohlergehen. Die Angehörigen der Frauen baten Pjöngjang, dass Lee und Ling bald „zu ihren Familien heimkehren können“. Beide Journalistinnen sind verheiratet, Lee hat eine vier Jahre alte Tochter. Sollten die beiden 32 und 36 alten Frauen tatsächlich in ein Arbeitslager deportiert werden, droht ihnen nach Erkenntnissen des State Departments eine harte und „lebensbedrohliche“ Behandlung.

          Verurteilt: Die amerikanischen Journalistinnen Euna Lee (l.) und Laura Ling

          Lee und Ling waren am Montag wegen illegalen Grenzübertritts und „feindlicher Akte“ zu zwölf Jahren „Umerziehung durch Arbeit“ verurteilt worden. Die beiden Journalistinnen waren Mitte März am nordkoreanisch-chinesischen Grenzfluss Tumen festgenommen worden, wo sie im Auftrag des kalifornischen Nachrichtensenders „Current TV“ für eine Reportage über nordkoreanische Flüchtlinge in China recherchiert hatten.

          Unterdessen warnte der Nationale Geheimdienstdirektor Dennis Blair vor einer „potentiell gefährlichen Mixtur“ in Pjöngjang. Zwar handle die nordkoreanische Führung derzeit nach einem vertrauten Verhaltensmuster, allerdings seien dieses Mal „gefährlichere Waffen, womöglich Interkontinentalraketen und Atomwaffen“, im Spiel, sagte Blair in der Nacht zum Dienstag bei einer Konferenz in Washington. Zu den Atomwaffen und Raketen komme die Suche des offensichtlich schwerkranken Staatschefs Kim Jong Il nach einem Nachfolger. Offenbar hat Kim Jong Il seinen dritten Sohn für seine Nachfolge auserkoren. „Ein solches Verhalten, das mit Provokationen eine Reaktion auslösen will, und Nachfolgefragen ergeben eine potentiell gefährliche Mixtur“, sagte Blair.

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