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Vertuschungsvorwürfe : China muss Untersuchung zulassen

Ausbruchsort Wuhan: Ein freiwilliger Helfer mit Mundschutz und einer chinesischen Flagge im Hintergrund. Bild: dpa

China sperrt sich vehement gegen eine unabhängige Untersuchung zum Ursprung der Corona-Pandemie. Dabei liegt die Aufklärung der Vertuschungsvorwürfe im Interesse Pekings.

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          Die materiellen Kosten der Corona-Pandemie werden eine Größenordnung erreichen, wie man sie in Friedenszeiten noch nicht gekannt hat. Allein das rechtfertigt die Forderung, den genauen Ursprung des Virus zu untersuchen, dessen Verbreitung unzählige Länder in einen Ausnahmezustand versetzt hat. Aber die chinesischen Behörden sträuben sich dagegen, so wie sie gut dokumentierte Vorwürfe aggressiv zurückweisen, in den ersten Wochen der Epidemie sei es zu Vertuschungen und Einschüchterungen von Medizinern gekommen, die die Seuche nicht für harmlos hielten. Wie gefährlich das neuartige Virus ist, haben Millionen Menschen am eigenen Leib erfahren; Hunderttausende sind gestorben.

          Die chinesische Führung tut so, als könne sie die Untersuchungsforderung (und Verdächtigungen hinsichtlich eines Forschungsinstituts in Wuhan) mit Drohungen abwehren. Dabei könnte sie selbst ein Interesse daran haben, selbst wenn dabei Mängel, Manipulationen und die Intransparenz des kommunistischen Systems ans Licht kämen.

          Denn wie schnell und in welcher wirtschaftlicher Verfassung China auch aus der Krise herauskommt; ob es machtpolitisch zu Amerika aufholt oder nicht: Das Liefern von Gesichtsmasken kann den Glaubwürdigkeitsverlust nicht korrigieren. Im Westen wird künftig über wirtschaftliche Abhängigkeit von China anders diskutiert werden als vor der Krise. Das sollte den Herrschern in Peking zu denken geben.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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