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Nach dem Christchurch-Anschlag : Verhandlungsfähigkeit des Attentäters soll geprüft werden

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Drei Muslima machen sich auf den Weg zum Freitagsgebet in der Al-Nur-Moschee in Christchurch. Die Moschee war einer der beiden Tatorte der Anschläge von vor drei Wochen. Bild: AFP

In Neuseeland hat ein Richter eine psychiatrische Untersuchung des rechtsextremen Angreifers von Christchurch angeordnet. Unterdessen prüft das Bundeskriminalamt mögliche Verbindungen des Mannes nach Deutschland.

          In Neuseeland hat ein Richter eine psychiatrische Untersuchung des rechtsextremen Angreifers von Christchurch angeordnet. Zwei Gutachter sollen prüfen, ob der 28 Jahre alte Brenton Tarrant verhandlungsfähig ist, wie Richter Cameron Mander am Freitag in Christchurch anordnete. Der angeklagte Australier war bei dem Gerichtstermin per Video zugeschaltet; er sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis in Auckland.

          Tarrant hatte Mitte März beim Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch 50 Menschen erschossen. Der Rechtsextremist muss sich wegen fünfzigfachen Mordes sowie versuchten Mordes in 39 Fällen verantworten. Der Anschlag hatte international Entsetzen ausgelöst.

          Der Angeklagte zeigte während der Anhörung keinerlei Regung. Eine neue Anhörung wurde für den 14. Juni angesetzt. Dem Gerichtstermin am Freitag wohnten mehrere Angehörige von Anschlagsopfern bei. „Ich will sehen, was er zu sagen, was für Gefühle er hat“, sagte Yama Nabi, dessen 71 Jahre alter Vater von dem Attentäter erschossen wurde, vor dem Gerichtsgebäude zu Radio New Zealand.

          Tofazzal Alam, der den Anschlag auf die Linwood-Moschee überlebte, den Attentäter aber nicht aus der Nähe gesehen hatte, sagte: „Ich will ihn sehen, weil er so viele meiner Freunde getötet hat. Er sieht verrückt aus und es war sehr erschütternd.“ Der Angeklagte habe nicht so ausgesehen, als sei er „bewegt“. „Ich habe keine Emotion in seinem Gesicht gesehen.“

          Kurz vor dem Anschlag, den er live beim Online-Netzwerk Facebook streamte, hatte der 28 Jahre alte Tarrant im Internet ein 74 Seiten langes „Manifest“ veröffentlicht, in dem er die Motive für seine Tat darlegt. Darin knüpft er in teilweise wirren und weitschweifigen Ausführungen an Verschwörungstheorien rechtsextremer Bewegungen an. Er selbst bezeichnete sich in dem Dokument als „faschistisch“ und „rassistisch“. Bei längeren Reisen nach Europa und Asien habe er sich radikalisiert.

          Das Bundeskriminalamt (BKA) prüft mögliche Verbindungen des Rechtsextremisten nach Deutschland und Europa. Nach den bisherigen Erkenntnissen kaufte Tarrant im November 2018 eine Eintrittskarte für das Schloss Neuschwanstein, wie das BKA mitteilte, außerdem habe er 2014 Geld an einen deutschen Empfänger aus Baden-Württemberg überwiesen.

          Tarrant hielt sich bei seinen Reisen durch Europa nach österreichischen Regierungsangaben auch in Österreich auf. Dem BKA liegen nach eigenen Angaben zudem Erkenntnisse zu Überweisungen an die sogenannte Identitäre Bewegung in Österreich und die sogenannte Génération Identitaire in Frankreich vor.

          Die Génération Identitaire bestätigte zuletzt, dass sie 2017 tausend Euro von Tarrant erhalten habe. Auch in Österreich hatte der Anführer der einwanderungsfeindlichen Identitären Bewegung, Martin Sellner, eine Spende von Tarrant im Jahr 2018 über 1500 Euro bestätigt. Sellner bestritt aber jeglichen Kontakt zu dem Moschee-Attentäter.

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