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Die Nato und Russland : Wer ist überlegen?

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Der T-14 ist der modernste Panzer der russischen Armee. Er soll nach und nach die alten Muster ersetzen. Bild: Reuters

Moskau fühlt sich bedroht: Beim Nato-Gipfel am Wochenende wird es vor allem um das Verhältnis des Bündnisses zu Russland gehen. Welche Seite ist militärisch stärker? Und wer rüstet wo auf? Sechs Fakten zum Gipfel.

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          1. Die Nato ist Russland militärisch klar überlegen

          Nach offiziellen Angaben für 2016 zählen die russischen Streitkräfte 770.000 Soldaten. Rechnet man Nationalgarde und Geheimdiensttruppen dazu, hält Russland gut eine Million Männer und Frauen unter Waffen. Auf der anderen Seite haben die direkten Nato-Nachbarn Russlands rund 150.000 Soldaten. Im einzelnen zählen dazu Polen (99.300 Soldaten), Lettland (5310), Litauen (16.400), Estland (5750) und Norwegen (23.550). Reservekräfte sind auf beiden Seiten nicht eingerechnet. Alle 26 europäischen Nato-Mitglieder zusammen haben knapp zwei Millionen Soldaten. Die Vereinigten Staaten und Kanada kommen zusammen auf weitere knapp 1,4 Millionen Soldaten. Damit ist die reguläre Nato-Streitkraft mehr als vier Mal größer als die russische.

          Auch von der Ausrüstung her ist die Nato Russland bei weitem überlegen: Allein die amerikanischen Streitkräfte verfügen über mehr als 13.000 Flugzeuge, rund 8800 Panzer und 41.000 gepanzerte Fahrzeuge. Hinzu kommen 75 U-Boote, 19 Flugzeugträger und mehr als 300 andere Kriegsschiffe. Die amerikanische Rüstungsindustrie gilt zudem weltweit als Technologieführer. Direkt an der Grenze zu Russland sieht es auf Nato-Seite allerdings nicht ganz so gut aus. Beispiel Lettland: Das Land verfügte zuletzt lediglich über drei Kampfpanzer aus russischer Produktion.

          Russland hat nach eigenen Angaben mehr als 4800 Artilleriegeschütze und Raketenwerfer, 2870 Kampfpanzer und 10.720 Panzerfahrzeuge im aktiven Einsatz. Die Luftwaffe und die anderen Teilstreitkräfte verfügen nach dem Global Firepower Index von 2015 über 3550 Flugzeuge. Zur Marine gehören etwa 200 Kriegsschiffe und 72 U-Boote.

          Ein großer Teil der Ausrüstung stammt aber noch aus sowjetischer Produktion. Derzeit werden alte gegen neue Waffen ausgetauscht, deren Anteil bis 2020 auf 70 Prozent steigen soll.

          Russland erhöhte seine Rüstungsausgaben im vergangenen Jahr nach Angaben des Friedensforschungsinstituts Sipri um 7,5 Prozent auf 66,4 Milliarden Dollar. Das sind aber nur 11 Prozent der amerikanischen Ausgaben von 596 Milliarden Dollar. Die Militärausgaben der Nato-Staaten sind seit 2009 von 1077 auf 871 Milliarden Dollar in 2015 gesunken. Zuletzt hat sich die Abnahme allerdings verlangsamt. Die Bundesregierung plant eine Erhöhung des Verteidigungsetats von derzeit 34,3 Milliarden auf 39,2 Milliarden Euro im Jahr 2020.

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          Nato-Gipfel : Beratungen im Stadion

          2. Russland verlagert Truppen Richtung Nato. Im Gegenzug schickt diese Soldaten nach Osten

          Russland plant derzeit, im Jahresverlauf zwei neue Divisionen an seiner Westgrenze aufzustellen. Verteidigungsminister Sergej Schoigu spricht von 10.000 Soldaten und 2000 Fahrzeugen. In Polen sowie in den drei baltischen Staaten sollen im nächsten Jahr Nato-Truppen stationiert werden. Die Zahl der Soldaten ist allerdings vergleichsweise gering. Pro Land sollen lediglich rund 1000 Soldaten zur Verfügung stehen.

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