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Umgang mit Oppositionellen : Krieg und Liebe

Der Moskauer Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa im September 2020 Bild: dpa

Ein weiterer Gegner des Kremls erfährt Gewissheit über die Giftanschläge auf ihn. Der russische Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa sieht Putins Ende näherrücken.

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          Zweimal, im Mai 2015 und im Februar 2017, überlebte der Moskauer Journalist und Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa Vergiftungen. Beide begannen mit Atemnot, Schweiß, niedrigem Blutdruck, Erbrechen; beide führten zu Koma, Organversagen und laut Ärzten zu einer Überlebenschance von fünf Prozent. Beide Male wurde der heute 39 Jahre alte Kara-Mursa in Moskau von Ärzten gerettet und erholte sich später in den Vereinigten Staaten, wo seine Frau und seine drei Kinder leben. Er lernte, wieder eine Tasse zu halten, zu gehen.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Was die laut Berichten „nicht identifizierte Substanz“ war, die ihn vergiftete, weiß Kara-Mursa bis heute nicht: In Russland wird nicht ermittelt, und die amerikanische Bundespolizei FBI, an die sich Kara-Mursas Frau mit Proben gewandt hatte, hält die Untersuchungsergebnisse immer noch geheim. Doch Kara-Mursa hat, wie er im Gespräch mit der F.A.Z. sagt, nie daran gezweifelt, dass der FSB hinter den Anschlägen stand, angesichts der Geschichte des russischen Geheimdiensts und der „langen Liste“ vergifteter Journalisten, politischer Gegner, Aktivisten. Nun ist Kara-Mursa überzeugt, Gewissheit über die Täterschaft zu haben, mehr noch: die Namen und Dienststellen der Täter.

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