https://www.faz.net/-gpf-9mpvq

Verfolgte Christin : Asia Bibi soll Pakistan verlassen haben

  • Aktualisiert am

Unterstützer vor einem Plakat mit dem Antlitz Asia Bibis und der Forderung, sie freizulassen. Bild: AFP

Nach Informationen aus dem pakistanischen Außenministerium soll die Christin, die der Todesstrafe entgangen war, das Land verlassen haben. Sie soll sich nun in Kanada aufhalten.

          Die in Pakistan der Todesstrafe entgangene Christin Asia Bibi hat offenbar das Land verlassen. Das berichteten pakistanische Medien am Mittwoch unter Berufung auf Quellen im Außenministerium des Landes sowie der Frau nahestehende Kreise. CNN berichtet unterdes unter Berufung auf Bibis Anwalt Sail ul Malook, Bibi sei in Kanada. Dies hatte er jedoch schon Februar behauptet.

          Sie habe Pakistan „aus freien Stücken verlassen“, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP in Islamabad. Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo erklärte, die Christin sei „frei“ und mit ihrer Familie wiedervereint.

          Der Fall Bibi reicht in das Jahr 2009 zurück. Damals wurde der fünffachen Mutter vorgeworfen, sich bei einem Streit mit muslimischen Frauen in ihrem Dorf in der Provinz Punjab abfällig über den Propheten Mohammed geäußert zu haben. Bibi wies die Vorwürfe gegen sie stets zurück.

          2010 wurde Bibi wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt. Zwar wurde das Todesurteil im vergangenen Jahr aufgehoben, allerdings konnte sie Pakistan wegen massiver Proteste von Islamisten zunächst nicht verlassen.

          Blasphemie kann im streng konservativ-islamischen Pakistan mit dem Tod bestraft werden. Dutzende Menschen verbüßen dort wegen entsprechender Anschuldigungen nach Schätzungen eines amerikanischen Ausschusses zur Religionsfreiheit lebenslange Gefängnisstrafen oder warten auf ihre Hinrichtung. Besonders betroffen sind religiöse Minderheiten, insbesondere Christen. Immer wieder kommt es auch zu Lynchmorden.

          Weitere Themen

          Tausende protestieren gegen rechte Demo Video-Seite öffnen

          Kassel : Tausende protestieren gegen rechte Demo

          Die Stadt Kassel war vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof mit dem Versuch gescheitert, den Aufmarsch der Rechtsextremen der Kleinstpartei „Die Rechte“ zu verbieten.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.