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Vereinigte Staaten : Weißes Haus fordert Aufklärung über gekauften Journalismus

  • Aktualisiert am

Zur offiziellen „Strategie für den Sieg im Irak” gehört gekaufter Journalismus nicht Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Während Präsident Bush „freie, unabhängige und verantwortungsvolle Medien im Irak“ fordert, bezahlen amerikanische Werbeunternehmen Journalisten für Artikel über Erfolge bei der Stabilisierung des Landes. Steckt das Pentagon dahinter?

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          Das Weiße Haus und der amerikanische Senat verlangen vom Pentagon Aufklärung über Verträge mit amerikanischen Werbeunternehmen, die im Irak Zeitungen und Journalisten dafür bezahlen, daß sie Artikel über Erfolge bei der Stabilisierung und beim Wiederaufbau des Landes veröffentlichen.

          Präsidentensprecher Scott McClellan sagte in Washington, das Weiße Haus sei „sehr besorgt“ über den Vorgang, über den zuerst die Tageszeitung „Los Angeles Times“ berichtet hatte. Präsident Bush hatte in seiner Grundsatzrede zum Irak am Mittwoch die Schaffung von „freien, unabhängigen und verantwortungsvollen Medien im Irak“ als einen Grundpfeiler der Demokratisierung des Landes bezeichnet.

          „Glaubwürdigkeitsproblem des Präsidenten“

          Der republikanische Vorsitzende des Streitkräfteausschußes des Senats, John Warner (Virginia), lud ranghohe Mitarbeiter des Pentagons zu einer Anhörung in der Sache vor. Der demokratische Senator Edward Kennedy (Massachusetts) sagte, der Vorgang „spricht Bände über das Glaubwürdigkeitsproblem des Präsidenten“.

          „Wenn die amerikanischen Truppen im Irak wie von der Regierung behauptet willkommen wären, „dann müßten wir nicht Nachrichten für das irakische Volk fälschen“, so Kennedy.

          „Fakten und verläßliche Informationen“

          Das Pentagon hatte offenbar unter anderen die Washingtoner Lincoln Group mit Öffentlichkeitsarbeit im Irak beauftragt. Verschiedene irakische Zeitungen haben nicht namentlich gezeichnete Artikel von freien Journalisten veröffentlicht, die von der Lincoln Group in Auftrag gegeben und bezahlt wurden. Die Führung der amerikanischen Streitkräfte im Irak verteidigte das Programm.

          Es gewährleiste die „Versorgung der irakischen Öffentlichkeit mit Fakten und verläßlichen Informationen“, sagte ein Sprecher. Generalmajor Rick Lynch wies in Bagdad darauf hin, daß die Terroristen ihren Krieg auch mit Hilfe der Medien führten. Dieser Lügenkampagne müsse mit „faktisch richtigen Darstellungen“ der Lage im Land begegnet werden.

          Unterdessen hat die amerikanische Armee im Nordirak eine neue Offensive gegen die Aufständischen begonnen. Ein Militärsprecher sagte, die Stadt Ramadi, ein Zentrum des Widerstands, stehe im Mittelpunkt der Operation. Die irakische Übergangsregierung plant nach Zeitungsberichten, vor der Wahl am 15. Dezember aus Sicherheitsgründen die Einreise von Ausländern aus dem arabischen Raum zu untersagen.

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