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Tote nach Raketenangriffen : Vereinigte Staaten betonen Israels Recht auf Selbstverteidigung

  • Aktualisiert am

Israelische Raketen schlagen in Gaza City ein. Bild: AP

Mindestens sechs Palästinenser und ein Israeli sind bei Raketenangriffen am Samstag umgekommen. Washington stellt sich hinter Israel und verurteilt die „abscheulichen Attacken“ der Hamas. Die Türkei dagegen fordert zum Handeln gegen Israel auf.

          Nach den Raketenangriffen aus dem Gazastreifen auf Israel und israelischen Vergeltungsangriffen hat sich die amerikanische Regierung hinter Israel gestellt. „Wir stehen auf der Seite Israels und unterstützen sein Recht auf Selbstverteidigung gegen diese abscheulichen Attacken“, erklärte die Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums, Morgan Ortagus, am Samstag. Zugleich verurteilte sie „die anhaltenden Raketenangriffe der Hamas und des palästinensischen Islamischen Dschihad aus Gaza auf unschuldige Zivilisten und ihre Gemeinden in ganz Israel“.

          Militante Palästinenser hatten am Samstag mehr als 250 Raketen auf Israel abgefeuert. Zehntausende Menschen mussten in Schutzräume flüchten, in den betroffenen Regionen heulten immer wieder die
          Alarmsirenen. Die israelische Armee reagierte darauf mit Dutzenden Vergeltungsangriffen. Panzer und Flugzeuge hätten 120 Ziele angegriffen, teilte die Armee mit. Sie zerstörte demnach unter anderem ein Hauptquartier der dort herrschenden radikalislamischen Hamas-Bewegung sowie mehrere
          Raketenwerkstätten und Waffenlager.

          Bei der neuerlichen Eskalation der Gewalt zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen sind Medienberichten zufolge mindestens sechs Palästinenser und ein Israeli getötet worden. Zuvor habe es seit dem Gazakrieg 2014 kein
          israelisches Todesopfer mehr infolge des Konflikts mit den Palästinensern in dem Küstengebiet gegeben, berichtete die „Times of Israel“ in der Nacht zu Sonntag. Der Mann sei ums Leben gekommen, als
          eine Rakete ein Wohnhaus in der Stadt Aschkelon traf. Nach Polizeiangaben wurde auch eine 80-jährige Frau in Kirjat Gat schwer verletzt.

          Durch die israelischen Vergeltungsangriffe wurden mindestens 40 Paläsinenser verletzt, wie das Gesundheitsministerium der von der radikalislamischen Hamas geführten Regierung im Gazastreifen mitteilte. Unter den sechs Toten waren demnach auch ein Kleinkind und dessen schwangere Mutter. Diesen Angaben widersprach die israelische Armee. Ein Sprecher erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter auf Arabisch, Mutter und Kind seien womöglich durch einen palästinensischen Schuss gestorben. Nähere Angaben machte er nicht.

          Türkei: „Unverhältnismäßige Maßnahmen Israels“

          Unterdessen rief die Türkei die internationale Gemeinschaft wegen des Vorgehen Israels im Gazastreifen zum Handeln auf. „Wir verurteilen nachdrücklich die nicht differenzierenden Angriffe Israels im Gazastreifen, die dazu geführt haben, dass viele unschuldige Menschen ihr Leben verloren oder sich verletzt haben“, hieß es in einer am Sonntag verbreiteten Erklärung des Außenministeriums in Ankara. „Wir fordern die internationale Gemeinschaft dringend auf, Maßnahmen zu ergreifen.“ Deren Ziel müsse es sein, die durch „die unverhältnismäßigen Maßnahmen Israels“ zugenommenen Spannungen in der Region abzubauen.

          An der Grenze zum Gazastreifen war es am Samstag den zweiten Tag in Folge zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Nach Angaben des israelischen Militärs feuerten zunächst militante Palästinenser mehr als 250 Raketen auf israelische Städte und Dörfer. Daraufhin habe die Armee mit Luftangriffen und Panzerschüssen reagiert, bei der auch ein Gebäude getroffen wurde, in der die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu untergebracht ist. Insgesamt soll es nach palästinensischen Angaben vier Tote gegeben haben.

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